Der neue ADA-Treff mit Eltern und Kindern mit
Diabetes unter der Leitung von Karin Reischl, selbst Mutter einer mittlerweile
erwachsenen Diabetikerin, hat sich bewährt.
In den wunderschönen Räumen von Fa. Novo Nordisk - mit Blick auf die
Staatsoper - spielten die Kinder mit den ADA-BetreuerInnen und plauderten die
Eltern bei Tee oder Kaffee in geselliger Runde. Erfahrungen austauschen, über
Erlebnisse sprechen, von seinen Gefühlen erzählen, Tipps geben und
mitnehmen - all dies hilft beim nicht immer gerade einfachen Leben mit einem
Kind mit Diabetes...
Beim Kindernachmittag im März erzählten mir zwei Mütter über
ihre Gefühle bei der Diagnose ‚Diabetes‘ und weitere Erlebnisse im Diabetes-leben
ihrer Söhne:
Der neunjährige Lukas (links
im mittleren Bild) hat erst seit August 05 Diabetes. Seine Mutter (mittleres
Bild - Mitte) erzählte noch immer sehr betroffen:
Lukas hat jede halbe Stunde aufs Klo müssen
und auch ins Bett genässt - Blasenkatarrh? Einen Tag vor unserem Urlaub
kam die schreckliche Diagnose Diabetes - BZ 700!
Sofort wurde er im Donauspital aufgenommen, ich hab‘ geglaubt ich bin im falschen
Film und hab‘ nur mehr geheult...‘
Dann kam trotz guter praxisorientierter Schulung im Spital die verzweifelte Suche nach Information im Internet, nach Heilungschancen...Zu Hause fragte sich Ursula ‚Was gebe ich Lukas zu essen?‘, sie fühlte sich als allein erziehende Mutter (vor kurzem war die Scheidung) mit einem Full time Job wie ‚ein Hamster im Laufrad‘.
Der Kontakt mit Lisi Reichart von der ADA-Kindergruppe half ein wenig, doch fragt sich Ursula: Kann man es jemals als normal empfinden?
Lukas ist noch in der Trotzphase und will mit dem Diabetes nichts zu tun haben (‚Scheißbetiker‘), wie auch seine Zeichnung zeigt, in der er sich eingesperrt und bedroht fühlt...
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( Karin - links im Bild )
Philipp, der zweite Bub auf dem Foto, ist 7 Jahre
alt, hat seinen Diabetes schon drei Jahre und dürfte sich halbwegs daran
gewöhnt haben.
Für beide Mütter bedeutet der
Diabetes mehr Zeit und Mühe - beim Fußballspiel, Geburtstagseinladungen,
Schulausflügen und Schullandwochen, bei denen die Mütter mitmachen
sollen, und auch im täglichen Leben. Im Hort war es schwierig, die Betreuerin
einzuschulen, damit der Bub selbst spritzen darf!
Ich wünsche allen, dass sie bald mit dem
Diabetes in Frieden leben und nicht allzu sehr mit dem Schicksal hadern, auch
wenn es manchmal nicht einfach ist, das Beste draus zu machen!
Dr. Helga Grillmayr