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Was uns gefallen sollte
und worüber wir uns ärgern Eine Gegenüberstellung zur Lage der österr. Diabetiker von unserem Obmann Dr.Erich Wolfrum |
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| Wir sind begeistert, dass es Leitlinien gibt, welche als „Arznei und Vernunft“ oder ähnlich lautend von der ÖDG für unsere uns behandelnden Hausärzte Wegweiser sind, wie eine gute Diabetes-Therapie verlaufen sollte. | Wir sind entsetzt, dass unsere Hausärzte – z.B. in Wien – diese Leitlinien nicht einmal ignorieren, sie also uns gegenüber nicht anwenden. | ||
| Wir sind froh, dass es in jedem Bundesland einen Patientenanwalt gibt, der sich für uns einsetzt und der uns im medizinischen Bereich gute Behandlungsleistungen sichert. | Wir freuen uns aber gar nicht, dass noch kein Patientenanwalt diese erwähnten Therapiewege verlangt und deutlich eingefordert hat, obwohl sicher jeder über diesen Mangel – schon durch seine Teilnahme an öffentlichen Diskussionen, wo immer wieder darüber gesprochen wird – bestens informiert ist. | ||
| Wir erwarten seit Jahren, dass am Beginn einer Behandlung von Diabetes der Versuch zu erfolgen hat, mündige Patienten dadurch zu erziehen, dass die Erfolge von mehr Bewegung und verbesserter Ernährungsdisziplin spürbar gemacht werden. Wir erwarten Ergebnisse, die von den Fachleuten zugesagt sind, die behaupten, dass ein größerer Teil von Typ 2-Diabetikern lediglich durch Bewegung und Ernährung viele Jahre lang in einem guten Zustand verbleiben können. |
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| Nun freut es uns, dass von Seiten der Regierung, der Länder, der Krankenkassen die ersten Schritte gesetzt werden, ein System zu finden, wie diese „bessere Therapie“ für die Typ 2-Diabetiker umgesetzt werden.. |
Ärgerlich ist aber, dass dieser ganze Prozess derart lange dauert, dass viele von uns schon alle Hoffnung aufgegeben haben. |
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| Wir sehen mit Bewunderung, dass ein System in Gang gesetzt worden ist (die e-Card), welches alle Daten über unseren Zustand speichert, sammelt, jedem uns behandelnden Arzt zur Verfügung stellt und uns daher viele Doppeluntersuchungen und uns als Beitragszahlern viel Geld ersparen hilft. | Wir verstehen überhaupt nicht, warum dieses System seitens unserer Ärzte nicht zur Kontrolle ihrer Behandlungsqualität, zur Schulung in Qualitätszirkeln, zur allgemeinen Verbesserung unserer Therapie herangezogen wird. | ||
| Wir freuen uns, dass diese e-Card uns beim Hausarzt bereits viel Mühe und unnötige Wege zum Einholen von Krankenscheinen, etc. erspart. | Wir verstehen daher überhaupt nicht, warum die Geldgeber von vielen Spitälern es nicht durchsetzen können, dass dieses System auch im Spital angewendet wird (wobei es rühmliche Ausnahmen gibt). | ||
| Wir sind stolz auf unsere „Aktiven“, die an vielen Orten versuchen, unsere Überlegungen für eine bessere Therapie darzulegen. Diese Forderungen sind ja nur gesammelte Erfahrungen, welche wir als „Opfer“ dieser Therapien aufzeigen. |
Zum Beispiel zeigen wir auf: - Schulung kann nicht in einer Arztpraxis
erfolgen, denn die anderen Ärzte überweisen nicht zu
einem Kollegen – und so enden diese Versuche seit vielen Jahren immer
wieder erfolglos (es gibt nur wenige Ausnahmen). Schulung sollte daher
von der Krankenkasse organisiert werden und z.B. im Gemeindeamt, im Pfarrsaal,
in der Volkshochschule, bei der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz stattfinden
– natürlich abgehalten von einem Arzt, der ja auch die Verrechnung
übernehmen muss, aber so, dass sie als Hilfestellung für alle
Ärzte eines Gebietes angesehen werden kann. Wir ärgern uns, dass dieser Einsatz unserer „Aktiven“ schon mehrere Jahre lang andauert und noch nie zum Erfolg geführt hat. |
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| Wir freuen uns, dass wir auch bei den Kongressen zu Wort kommen. | Bezeichnend und ärgerlich die Antwort: „...seit 8 Jahren verlangen Sie immer wieder .... |
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| Wir sehen dankbar den Einsatz der Wiener Gebietskrankenkasse zur guten Diabetes-Therapie mit den vielen Ambulatorien und den Spitälern, | wir verstehen aber nicht, warum bei dringend notwendigem Therapiebeginn (z.B.: Hausarzt bescheinigt zu hohen Zucker und fordert Einstellung) meist eine Wartezeit von ca. 3 Monaten notwendig ist. | ||
| Wir wissen, dass unser Gesundheitssystem weltweit einen hervorragenden Standard aufweist, dass unsere Typ 1-Diabetiker weltbeste Therapie erhalten, | wir befürchten jedoch das Anwachsen der 2-Klassen-Medizin, wenn wir gezwungen sind, uns gute Schulung und Therapieratschläge von teuren Wahlärzten zu holen, da uns im niedergelassenen Bereich niemand zur Verfügung steht. | ||
| Voll Bewunderung lesen wir im Internet – Google-DIALA-OÖ – vom Start eines flächendeckenden Betreuungsprogrammes mit Einsparungen von 780.- / Kopf /Jahr im Vergleich zum üblichen Diabetespatienten in Oberösterreich, | vermissen ähnliche Programme (Ausnahme Steiermark) in den anderen Bundesländern und kritisieren die zaghaften Versuche, solche bundesweit einzuführen. Wenn sich Einsparungen mit dem Wohlbefinden der Patienten vereinbaren lassen, verstehen wir die Verzögerungen nicht. | ||
| Wir verstehen die finanzielle Situation unserer niedergelassenen (Haus-) Ärzte und hoffen mit ihnen, dass sich die Bezahlung für die Diabetes-Führung wesentlich verbessern wird. | Wir fordern aber von unseren
uns behandelnden Ärzten, dass sie - mindestens einmal im Quartal unsere Füße ansehen, - uns den Zugang zu einer Schulung ermöglichen und, wenn dies heute noch nicht möglich ist, zumindest diese unsere Forderung fördern und ermöglichen, - und uns zu zielführenden Programmen bezüglich richtiger Ernährung und therapieunterstützendem körperlichen Training vermitteln und uns die Notwendigkeit dazu eindringlich nahe legen. |
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| Schliesslich verstehen wir alle Diabetiker und Diabetikerinnen, die sich eifrig bemühen, den richtigen Weg zu finden, um mit dieser Belastung fertig zu werden, und wir versuchen, sie dabei zu unterstützen. | Wir wollen aber – trotz den Aussagen von
einem „schönem Leben“ darauf hinweisen, dass - keine Therapie wirklich richtig helfen kann, wenn das Rauchen nicht eingestellt wird, und dass - körperliches Training, viel Bewegung, hauptsächlich Kraftaufbau, und dies auch noch bis ins hohe Alter, jede Therapie unterstützt oder sogar erst möglich macht. |
Wien, im Oktober 2006