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Medikamente und Diabetes
Vortrag von Pharmazeutin Mag. Sylvia Weißenbacher, Fa. MedTrust, am 11. September 06 in Pottendorf |
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Bringen Bewegung und Ernährungsumstellung
keine dauerhafte Blutzuckersenkung beim Diabetiker, müssen regelmäßig
Medikamente eingenommen werden. Neben der gewünschten – blutzuckersenkenden
– Wirkung haben aber viele Medikamente auch unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen,
die im Beipacktext angeführt sind.
Keine Angst: die beschriebenen Neben- und Wechselwirkungen können, müssen
aber nicht auftreten. Selbst wenn eine Nebenwirkung nur extrem selten auftritt,
ist der Hersteller des Medikaments verpflichtet, sie zu nennen!
Man unterscheidet zwischen Tabletten, die geschluckt werden müssen = orale Antidiabetika – und Insulin, das ins Unterhautfettgewebe gespritzt wird. Insulin kann nicht in Tablettenform geschluckt werden, da es im Magen durch die Magensäure zerstört werden würde.
Wichtige orale Antidiabetika:
- Sulfonylharnstoffe (Euglucon, Glucobene, Diamicron, Amaryl)
- Biguanide (Metformin, Glucophage, Diabetex)
- Acarbose (Glucobay)
- Glinide (Novonorm)
- Glitazone (Avandia, Avandamet, Actos)
Sulfonylharnstoffe: Diese Gruppe von Wirkstoffen regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin zu produzieren. Regelmäßige Mahlzeiten sind bei der Einnahme sehr wichtig, da das im Körper vermehrt vorhandene Insulin sonst zu Unterzuckerungen führen kann.
Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, Übelkeit,
Blutbildveränderungen, Allergien
Wechselwirkungen: Durch andere
Medikamente wie z.B. Gerinnungshemmer, Salicylate (Aspirin), Alkohol kann die
blutzuckersenkende Wirkung verstärkt werden – Hypogefahr!
Glukocorticoide (Cortisonspritzen) verringern die blutzuckersenkende Wirkung – ein zu hoher Blutzuckerspiegel ist die Folge! Die Dosis des Blutzuckersenkers muss entsprechend vom Arzt angepasst werden.
Biguanide (Metformin): Die Aufnahme von Zucker in die Zellen wird gefördert und gleichzeitig wird die Abgabe von Zucker aus dem Leberspeicher gehemmt – dadurch sinkt der Blutzucker.
Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, Übelkeit,
Durchfall, Übersäuerung des Körpers durch Abbauprodukte
Wechselwirkungen: v.a. Alkohol – Hypogefahr!
Die Wirkung von Metformin wird gesenkt durch Glukokortikiode, Schilddrüsenhormone und manche Asthmamittel. Bei Nierenschädigung dürfen Biguanide nicht eingenommen werden!
Acarbose: Die Aufnahme von Zucker aus der Nahrung durch die Schleimhautzellen im Darm wird verlangsamt – nach den Mahlzeiten steigt der Blutzucker nicht so rasch an.
Nebenwirkungen: Unangenehm sind v.a. auftretende Blähungen, die durch unverdauten Nahrungszucker im Darm entstehen; meist nimmt diese Nebenwirkung bei längerer Einnahme des Medikaments ab
Glinide: Insulin wird aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse vermehrt freigesetzt. Diese Medikamente werden meist zu den Mahlzeiten eingenommen, um Blutzuckerspitzen nach dem Essen zu verhindern.
Neben- und Wechselwirkungen sind ähnlich denen der Sulfonylharnstoffe
Glitazone: werden auch als „Insulinsensitizer“ bezeichnet, da die Körperzellen sensibler auf das vorhandene Insulin reagieren.
Fazit:Herzlichen Dank für den interessanten Vortrag mit anschließender reger Diskussion.
Ingrid Cemper