Ein Bericht von unserer Aktiven Mag. Barbara Wagner
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Heuer ging für mich ein langgehegter Wunsch in Erfüllung:
Wir wanderten auf dem sog. Ein angenehmer Flug führte uns über Paris nach Biaritz; weiter ging es mit dem Bus nach Bayonne, wo wir ausgiebig französisch aßen und noch einmal vor unserer „Pilgerfahrt“ einen gewissen Luxus genossen. Am nächsten Morgen brachte uns eine Art Schülerzug nach St. Jean; wir holten uns den Start-Stempel im Pilgerpass, erhielten noch letzte Anweisungen und Ermahnungen und Werner ließ seinen Rucksack (15 Kilo ohne Getränk und Jause, also viel zu schwer!) wiegen; ich behielt meinen Rucksack vorsichtshalber am Rücken. Vor diesem ersten Tag war ich etwas beunruhigt: Wir hatten
ca. 25 Kilometer in den Bergen, 1000 Höhenmeter bergan und ca. 400
Hm bergab vor uns. Schönes Wetter, grüne Wiesen, saftige Almen,
Nebel, Kälte und Regen begleiteten uns im Laufe des Tages; der Kraxenponcho
wurde gleich am ersten Tag ausgiebig eingeweiht und später kaum mehr
benötigt! |
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Am nächsten Tag musste bis zur nächsten Bar, das heißt einem Frühstück, zuerst 5 Kilometer bei Schlechtwetter, Nebel und Kälte gewandert werden. Wir waren sauer! und wollten so sicher nicht weitertun. Nach diesem Tag, der sich doch noch sehr schön entwickelte, telefonierte ich um ein Hotelzimmer in Pamplona, wo wir zwei Nächte verbrachten und das weitere Vorgehen überlegten. Schnell haben wir uns wieder entspannt und eine Lösung gefunden:
Jetzt konnte es richtig losgehen. Wir waren frohen Mutes und
wanderten täglich ca. 22 – 25 Kilometer durch Wein- (Rioja) und Getreidegegenden
(sog. Mesetas), wo ziemlich der Wind ging. Das einzige Handicap war der
noch immer (mit Wasser und Jause) Nach gut einer Woche übernachteten wir in einem Quartier,
das eine Mischung aus Hotel, Pilgerquartier und Altersheim war, bevor
wir In einer Höhe von meist ca. 1.000 Metern wanderten wir weiter durch Getreidefelder, windige Hochebenen, die Meere von Windrädern zierten. Am Tag war es oft ziemlich sonnig, aber durch den Wind angenehm; in der Nacht wurde es bitterkalt, was uns auch von der Übernachtung in der Klosterruine San Antòn bei Castrojeriz abhielt. Der Weg war so interessant und abwechslungsreich, dass wir glatt den Autobus nach Leòn versäumten und eine zusätzliche Etappe bis Carriòn de los Condes wanderten. Dann ging es jedoch mit einem Langstreckenbus (inkl. reserviertem Sitzplatz, Fahrkartenerwerb per Internet in der Bar an der Hauptstraße in Cariòn) ca. 70 Km nach Leòn; die zweite Woche war bereits verflogen. Auch das war eine interessante Stadt, wenn auch mit ganz anderem Flair als Burgos; wieder beeindruckte uns die Kathedrale sowie auch die Königskrypta in San Isidor mit romanischen Fresken sehr. Nach Leòn – wir sind in der Region Kastillien – ging es in die Berge: Zuerst bestiegen wir den berühmten Rabanal mit einem Bergdorf und dem berühmten Cruz de Hierro (Eisenkreuz). Dem Kreuz werden mystische Fähigkeiten nachgesagt; in der Tat ist es leider eine Pilger-Müllhalde; den Stein aus meiner Heimat Eisenerz, den man traditionell am Fuße des Kreuzes ablegt, habe ich wieder mitgenommen. Nach 1000 anstrengenden Höhenmetern hinunter feierten wir unsere Geburtstage in Villafranca del Bierzo, das heißt es gab nochmals einen Rasttag, bevor wir uns auf den Anstieg zum O Cebreiro machten. Wir waren jetzt schon in der Provinz Galizien, dem Kernland
des Hl. Jakobs, und es fehlten nur mehr ca. 150 Km bis zum Ziel. |
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Leider hat uns dort die Darmgrippe erwischt: Wir versuchten
zwar am nächsten Tag, unseren Weg fortzusetzen, ich brauchte jedoch
in der Einöde dann ein Taxi, das mich ins bereits reservierte Quartier
(ein grindiges Hotel in einer unsympatischen Stadt) brachte. Frohen Mutes und wieder halbwegs gesund setzten wird dann unsere letzten ca. 130 Km fort. Es war ein Tag der zahllosen Hypos und das bei einem angegriffenen Magen. Am Abend konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten vor Übelkeit und Bauchschmerzen. Lediglich der Veterano, eine Art Brandy, kurierte mich. Werner empfahl mir, mit dem Bus nach Santiago zu fahren, uns ein nettes Quartier in der Stadt zu suchen und auf diesen letzten Gehtag lieber zu verzichten, was ich auch tat. Das Ankommen in Santiago war auch mit dem Bus aufregend. Zwar waren wir mehr Wanderer als Pilger, haben unser Abenteuer genossen und uns nicht kasteit, trotzdem war es eine wunderbare „Pilgerreise“. Wir genossen zum Abschluss noch die zahllosen Kirchen von Santiago, der Begräbnisstätte des heiligen Jakobs, des ersten Pilgers, und waren stolz auf die ca. 380 gegangenen Kilometer (den Rest sind wir in kleinen Etappen mit dem Bus gefahren). Es war für mich als Diabetikerin ein großes
Abenteuer, wenn auch ein halbwegs kontrolliertes und geschütztes.
Immerhin kommt man doch immer wieder in zumindest Dörfer und kann
im Notfall bei den Pilgerherbergen Hilfe bekommen. Trotzdem war es eine
Herausforderung: Fast jeden Tag weite Strecken gehen, den schweren Rucksack
tragen, doch ein stark reduzierter Komfort, was Kleidung usw. betrifft,
das undefinierbare Essen, Unmengen an nicht einschätzbarem Weißbrot
etc. |
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Mein Pilgerpass:
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Nähere Informationen zum Weg findet/ finden ihr/Sie unter www.mundicamion.com.