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Krankheit - Was tun?

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Krankheit - Was tun?

Gesprächsrunde und Vortrag von Dr. Andrea JÄGER,
Kinderärztin im Preyer‘schen Kinderspital, am 21. Oktober 06

Mit schönem Blick auf die Staatsoper genossen Eltern und Kinder mit Diabetes sowie unsere bewährten ADA-KinderbetreuerInnen die Gastfreundschaft von Fa. Novo Nordisk und den Vortrag von Diabetesexpertin für Kinder Dr. Andrea Jäger, die auch unsere ADA-Feriencamps toll betreut, zum wichtigen Thema, wie man sich bei Krankheiten richtig mit dem Diabetes verhält.

In der Krankheit besteht ein (deutlich) erhöhter Insulinbedarf. Hochgradiger Insulinmangel führt zu Fettabbau mit Ketose und später zur gefährlichen Ketoazidose.

Soforthilfe:
Häufige Stoffwechselkontrollen
- Blutzuckerkontrollen: 6 bis 8 x täglich
- Keton im Harn, wenn Krankheitssymptome bestehen, Ketongeruch wahrnehmbar ist, trotz Korrektur BZ mehrmals hintereinander über 250 mg% ist, bei BZ > 300 mg%

Insulin erhöhen
- Bei konventioneller Therapie Tagesdosis errechnen, bei jedem Spritzen korrigieren
Wenn Keton + die Tagesdosis um 10% erhöhen.
Wenn Keton ++ / +++ die Tagesdosis um 20% erhöhen.

Beispiel: Morgens 14 IT + 4-6 Ac
Mittags 3-5 Ac
Abends 6 IT + 2-4 Ac
(IT = Insulatard, Ac = Actrapid)

Tagesdosis ~ 32 (29 –35)IE Insulin

10 % = 3 IE als Kurzzeitinsulin
20 % = 6 IE als Kurzzeitinsulin

- Bei Basis-Bolus-Therapie:
Bei jedem Spritzen korrigieren
bei Keton + 1 ½ fache Korrekturdosis
bei Keton ++ / +++ doppelte Korrekturdosis

Beispiel:
Korrekturfaktor: IE senkt um 40mg%,
Zielbereich nüchtern: 100 +/- 20 mg%
BZ 340 mg%
ohne Keton: 6 IE zur Korrektur
Keton +: 9 IE zur Korrektur
Keton ++/+++: 12 IE zur Korrektur

Flankierende Maßnahmen:
- Bettruhe
- Viel trinken
- Krankheit behandeln (lassen)

Abschätzung der Grenzen:
Was können wir selber tun?
Wann brauchen wir Hilfe?


 

Medizinische Hilfe müssen Sie aufsuchen, wenn nach zweimaliger Korrektur keine Besserung eintritt, wenn hoher Blutzucker, Keton im Harn und Erbrechen bestehen (besonders abends!)

Zögern Sie nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen!
Hilfe in Anspruch nehmen ist kein Versagen!

Herzlichen Dank für den interessanten Vortrag und die nette verständnisvolle Gesprächsrunde mit Beantwortung vieler Fragen!

Karin Reischl ADA-Kindergruppe
(Text: Dr. Helga Grillmayr)

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