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Neue orale Antidiabetika
Vortrag von Dr. Elisabeth PICHLBAUER am 05. Feber 07 bei ADA-BEK Wien-Süd |
Im voll besetzten Saal des Clubs Bassena gab die junge Ärztin Dr. Pichlbauer, die gemeinsam mit Frau Dr. Aigner in ihrer Ordination DCOSchulungen für Typ 2-Diabetiker abhält, einen Überblick über die oralen Antidiabetika (‚Zuckertabletten‘):
Typ 2-Diabetes ist, vereinfacht ausgedrückt, die Kombination aus relativem Insulinmangel - durch Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse verminderte Insulinausschüttung - und peripherer Insulinresistenz - Körperzellen sind ‚abgestumpft‘ und nehmen zu träge und zu wenig Insulin auf..
1942 wurde bei Forschungen um eine antimikrobielle Substanz zufällig die BZ-senkende Wirkung der Sulfonylharnstoffe erkannt. Heute werden hauptsächlich Glimepirid (Amaryl®) und Gliclazid (Diamicron®) eingesetzt. Diese Medikamente fördern die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse, können zu Unterzuckerungen führen und erschweren die Gewichtsabnahme.
Seit den 50er Jahren ist Metformin (Glucophage®, Diabetex ®, Metformin gen.®) auf dem Markt, welches die Wirkung des körpereigenen Insulins erhöht und die Gewichtsabnahme unterstützt, es kommt auch zu einer Senkung der Blutfette.
Glucosidasehemmer (Glucobay®) verhindern BZ-Spitzen nach der Nahrungsaufnahme, indem sie die Verdauung verzögern, was jedoch häufig zu Blähungen und Durchfällen führen kann.
Im Jahre 2000 wurden die Glitazone - Rosiglitazon (Avandia®) und Pioglitazon (Actos®) eingeführt, auch Insulinsensitizer genannt, weil sie die Wirkung des eigenen Insulins an den Körperzellen steigern. Die Insulinresistenz am Fettgewebe, an der Muskulatur und an der Leber wird verbessert, also die Körperzellen für Insulin wieder sensibler. In gewisser Weise wirkt Metformin ähnlich, jedoch bezüglich der Verbesserung der Insulinsensibilität in nicht so großem Ausmaß. Vor allem Pioglitazon führt außerdem zu einer Senkung der Blutfette.
Die Gewichtsabnahme ist allerdings erschwert, es kann sogar zur Gewichtszunahme kommen, auch Durchfall, Blähungen, Ödeme, Kopf- und Muskelschmerzen, Sehstörungen und Schwindel können als Nebenwirkung auftreten. Diese Medikamente dürfen nicht angewendet werden bei Herzschwäche, Leber- und schweren Nierenfunktionsstörungen und in Kombination mit Insulin.
Meist wird Glitazon in Kombination mit Metformin oder einem Sulfonylharnstoff (wenn Metformin nicht verträglich) gegeben, ist bei fehlendem Ansprechen auf Diät und Bewegungstherapie insbesonders bei übergewichtigen Diabetikern auch als Monotherapie möglich, wenn Metformin nicht verträglich ist.
„Typ 2-Therapie ist sehr individuell, besprechen Sie alles mit Ihrem Arzt!“, empfahl Frau Dr. Pichlbauer auf die vielen Fragen der Besucher/innen.
Vielen Dank für den informativen Vortrag!
Gottfried Bitiste, ADA-BEK, Dr. H. Grillmayr (Text)