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" Krankheitsverarbeitung
bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 " |
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In den schönen Räumen der Fa. Novo Nordisk erläuterte Frau Mag. Berner-Marouschek den interessierten Eltern einige Risiko- und Schutzfaktoren, welche die Art und Weise der Krankheitsverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen mit Typ 1-Diabetes wesentlich beeinflussen.
Die Bewahrung des eigenen positiven Selbstwerts ist eine innere
Kraft, welche die Mehrzahl chronisch kranker Kinder und Jugendlicher hat oder
sich immer wieder erfolgreich darum bemüht.
Ein positives Selbstwertkonzept kann jedoch dann nicht mehr aufrecht erhalten
werden, wenn die krankheitsspezifischen Belastungen und Einschränkungen
sowie andere Einflüsse die individuellen und familiären Bewältigungsressourcen
überfordern.
Werden chronisch kranke Kinder und Jugendliche in ihrem Verhalten auffällig,
sind sie häufig in ihrer psychosozialen und emotionalen Entwicklung blockiert
und, bei Jugendlichen, in der Realisierung ihrer Lebenspläne gehemmt. Das
Streben nach Lebensfreude und Intensität hat für Jugendliche mit Diabetes
eine besonders wichtige Bedeutung. Die Orientierung an solchen Zielen unterstützt
ihn die Erkrankung zu bewältigen und sein Leben lebenswert einzurichten.
Rolle der Familie
Artist von Schlippe beschreibt zehn Muster - ‚Familiencredo‘ -, die sich in Familien mit chronischer Erkrankung entwickeln können und sich mehr oder weniger konstruktiv mit der Entwicklung der Krankheit verbinden:
K. Wiehe konnte in ihrer Studie über den Einfluss auf die Krankheitsverarbeitung eine Typologie von sechs „Subjektiven Krankheitstheorien“ erarbeiten:
Diabetes als Lebensaufgabe,
als mühsames Alltagsgeschäft,
als Nabelschnur,
als organisatorische Aufgabe,
als Schicksalsschlag,
als Untermieter.
Diese Studie hat ergeben, dass die Subjektiven Krankheitstheorien
vom Typus:
‚Diabetes als mühsames Alltagsgeschäft‘ (Belastungen
des Therapiealltags vorrangig, wenig flexibler Umgang mit der Behandlung - keine
Ausnahmen etwa bei der Diät zur Wahrung der Lebensqualität des Kindes)
und
‚Diabetes als Schicksalsschlag‘ (hohe emotionale Bedeutung
mit Angst, Trauer und Hilflosigkeit - Hadern mit der Erkrankung) als Risikofaktoren
für ein erhöhtes Stresserleben und eine geringere Lebensqualität
anzusehen sind.
Das übergeodnete Betreuungsziel besteht für ein interdisziplinäres
Team im Krankenhaus (Arzt, Schwester, Psychologe u.a.) darin, weniger symptom-
und defizitorientiert vorzugehen als vielmehr umfassend mehrperspektivisch zu
denken und zu handeln. Dabei gilt es vorhandene Potentiale und Ressourcen aufzuspüren
und zu stärken. Dies soll den Kindern und Jugendlichen ermöglichen,
selbständig und eigenverantwortlich mit sämtlichen Diabetesdingen
für sich zurechtzukommen, um somit den Herausforderungen des Lebens mit
größtmöglicher Normalität, Spontanität und Lebensqualität
zu begegnen.
(Gekürzt aus Skriptum von Mag. Berner-Marouschek)

Natürlich ging Frau Mag. Berner-Marouschek während und nach ihrem Vortrag auf viele Fragen und Erfahrungen der Eltern ein, es ergaben sich vielleicht für alle neue Denkanstöße und vor allem wieder mehr Kraft, die manchmal schwierigen Situationen im Leben mit einem Kind mit Diabetes zu meistern.
Dr. Helga Grillmayr
Herzlichen Dank für den netten und sehr informativen Nachmittag!
Karin Reischl
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Mag. Heidemarie BERNER - MAROUSCHEK Klinische Psychologin / Psychotherapeutin 1040 Wien Favoritenstraße 4 - 6 Tel 01-503 38 99 |