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" 8kg - Riesenbaby" |
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"Gigantisches Baby" wog bei der Geburt acht Kilogramm
In den letzten Tagen wurde im Internet und in den Medien folgende Meldung verbreitet:
Am Mittwoch den 20.Jänner 2007 kam in Brasilien der "kleine" Ademilton dos Sanzos aus Salvador zur Welt. Per Kaiserschnitt erleichterten die Ärzte die 38-jährige Mutter Franciska Ramos dos Santos, deren Diabetes-Krankheit Grund für die 8 - Kilo Körpergewicht des Kindes sein könnte. "Sie wusste, dass Ademilton groß sein werde," sagte Rita Leal, die Direktorin des Krankenhauses. "Wir waren alle überrascht."
Kind und Mutter geht es gut, Ademilton bekommt wegen leichter Atemprobleme Sauerstoff zugeführt. Ademilton erhält wegen Hypoglykämie Glykoseinfusionen.
Ademilton hat noch 4 Geschwister 9, 12, 14 und 15 Jahre alt, welche alle bei der Geburt Normalgewichtig waren.
Den Weltrekord für das schwerste Baby hält mit 10,8 kg ein kanadisches Kind, das jedoch elf Stunden nach der Geburt 1878 starb.
Wir ersuchten Frau Prof. Kinga Howorka ( Erfinderin der FIT - Therapie und deren strukturierten Schulung ), welche durch Ihre Therapievorschläge und begleitende Kontrolle bereits sehr vielen diabetischen Müttern zu gesunden Kindern verholfen hat, um einen Kommentar:
Ing. Günter Dangl
Wie entstehen Riesenbabys: Bezug zu mütterlichem Diabetes
Von Prof. Dr. med. Kinga HOWORKA, Medizinische Univ. Wien, Ztr. Biomed. Technik & Physik und Ztr. Public Health, www.diabetesFIT.org
Nicht der mütterliche Diabetes per se, sondern vor allem
die unzureichende Blutzuckerkontrolle der Mutter mit Diabetes geht mit erhöhtem
Risiko der Makrosomie einher - eines Riesenbabys, ja sogar des Absterbens des
Kindes noch vor der Geburt in der Gebärmutter. In jener Phase nämlich,
in der das Kind bereits selbst Insulin produziert, im letzten Schwangerschaftsdrittel
beginnend spätestens nach der 27. Schwangerschaftswoche, kommt es zu einer
vermehrten Insulinproduktion im kindlichen Organismus.
Das Baby reagiert auf den erhöhten Blutzucker der Mutter und "will"
ihn normalisieren, denn der Glukose/Traubenzucker/-Insulin-Reglermechanismus
( "Sensor" ) der gesunden Bauchspeicheldrüse des noch nicht geborenen
Babys ist auf etwa auf 80 mg/dl "von Natur aus" eingestellt. So bewirkt
ein erhöhter Zucker der Mutter sofort eine erhöhte Insulinproduktion
des Kindes, führt so zu einer "Glukose-Insulin-Mastkur"des Kindes...,
und letztlich eben zur Entwicklung eines "Riesenbabys".
Makrosomie liegt dann vor, wenn das Kind schwerer ist als 90(95)% der gleich
alten Kinder ( bei Geburt am Termin entspricht dies ca 4000g). Denn der Zucker
fließt bei diabetischer und unzureichend behandelter Mama in spe in rauen
Mengen durch die Plazenta ( Mutterkuchen) zum Kind, das vom Baby vermehrt produzierte
Insulin erreicht aber den Kreislauf der Mutter nicht: die Plazenta ist für
Insulin nicht durchgängig. Dieses übermäßig produzierte
Insulin bleibt samt dem vielen Zucker von der Mama im Kind...das eben immer
"dicker", vor allem in der Körpermitte wird. Der gleiche Mechanismus
ruft auch Hypoglykämien ( nach der Geburt ) bei Kindern diabetischer Mütter
hervor: Wenn das Kind ständig viel Insulin quasi ausgleichend für
die Mutter produzieren "musste", so wird es dann nach der Geburt durch
den nun zu hohen Insulinspiegel nach der Trennung vom mütterlichen Organismus
hypoglykämisch werden.
Was kann frau dagegen unternehmen?
Eigentlich alles: praktisch alle klassischen Komplikationen
der diabetischen Schwangerschaft sind grundsätzlich vermeidbar. Durch sehr
gute Blutzucker - Kontrolle, die nahe der wirklich "normalen" der
gesunden Schwangeren ist. Da beträgt der mittlere Blutzucker des Tages
ca 87 mg/dl. Vor allem in den kritschen Zeiten:
in der sog. Organogenese, der Zeit wo kindliche Oegane gebildet werden (bis
zu Schwangerschaftswoche 8/9! Also sehr kurze Zeit der Bemühung, sehr wichtig,
da immer noch das Missbildungsrisiko bei Diabetikerinnen vielfach erhöht
ist!) und im letzten Schwangerschaftsdrittel zur Makrosomie-Vorbeugung. Da die
Patientinnen selber die Therapie "machen", sind die Schulungen entscheidend:
Denn eine gute Stoffwechselkontrolle bei Diabetes ( unter 160
mg/dl ) ist für die Schwangerschaft leider lange nicht gut genug: hier
wird viel tieferer Durchschnittsblutzucker ( unter 100 mg/dl, im letzten Trimeneon
sogar unter 90 mg/dl) angepeilt. Also ohne Korrekturmöglichkeit eine eher
frustrane Angelegenheit, daher unbedingt Funktionelle Insulintherapie anstreben,
auch bei Gestationsdiabetes ( Erstdiagnose Diabetes während der
Schwangerschaft, hier anfangs Therapie mit Diät oder Tabletten/Metformin
möglich) zumindest als prandiale, also Mahlzeiten-Insulin-Therapie mit
Korrekturen.Die Normoglykämie in der Schwangerschaft ist deswegen nicht
leicht, da der Insulinbedarf bei Schwangeren manchmal anfangs geringfügig
abfällt, um dann ab der 12. bis 17. Woche infolge der Zunahme der Produktion
der Plazentahormone anzusteigen.
Der höchste Tagesinsulinbedarf (das 2-3 fache der Werte vor Beginn der
Schwangerschaft ) besteht gegen Ende der Schwangerschaft. In den letzten Wochen
kann der Insulinbedarf als Hinweis für unzureichende Plazentafunktion absinken.
Nach der Entbindung fällt er schließlich drastisch auf etwa 30 -
50% des Wertes vor der Entbindung ab und bleibt dann ( häufig während
der gesamten Stillperiode ) etwas niedriger als vor der Schwangerschaft. Alles
das muss bei der Insulinanpassung berücksichtigt werden. Während der
Schwangerschaft wird die Insulindosierung sowohl prandial als auch basal schrittweise
( entsprechend den Blutzucker-Tagesmittelwerten, die unter 100 mg/dl liegen
sollten ) erhöht.
Fassen wir nun die Probleme der Schwangerschaft mit Diabetes zusammen ( vgl. auch K.Howorka, "Insulinabhängig...?", Kirchheim Verlag, Mainz ):
Wir danken Frau Prof. Dr. Howorka für die ausführliche und informative Stellungnahme.
Ing.Dangl im Namen der ADA