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Nervenschmerzen bei Diabetes

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" Nervenschmerzen bei Diabetes" Vortrag von Univ.Prof. Dr. Burkhard GUSTORFF, Vienna Human Pain Research Group, Universitätsklinik für Anästhesie, Allg. Intensivmedizin und Schmerztherapie, Medizinische Universität Wien,

am 7. Mai 07 bei ADA-BEK in Wien 10

Im gut besuchten Saal des Zentrum Bassena lauschten zahlreiche Interessierte den Ausführungen von Herrn Prof. Dr. Gustorff:

Wie häufig sind Nervenschmerzen bei Diabetes?

20 – 30 % der DiabetikerInnen leiden an Neuropathie, welche mit der Dauer des Diabetes und mit dem Alter zunimmt:

5 Jahre Diabetes: 21 % Neuropathie

10 Jahre Diabetes: 38 % Neuropathie.
Es besteht auch eine familiäre Häufung.

Was ist eine Neuropathie?

Schleichender Nervenschaden führt zu:

  1. Schmerzen
  2. Missempfindungen (besonders auch nachts)
  3. Gefühlsstörungen

Bei der Polyneuropathie treten Brennschmerzen -„Wie Brennesseln“ und Berührungsschmerzen auf.

Sie beginnen am Fuß und erweitern sich Sockenförmig, können auch an den Händen auftreten.

Was kann man messen?

Nervenempfindung kann gemessen werden, ehe es weh tut, mit QsT (Quantitative sensorische Testung).

Die Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) misst, wenn die Nerven bereits schwerst geschädigt sind.

Nervenuntersuchung mit QST

Untersuchung der Nervenleistung:

- Defizit oder Überempfindlichkeit?
- Untersuchung der Schmerzempfindung

 

Heilung der Nervenschmerzen? Nur Frühschäden können sich rückbilden. Bei fortgeschrittenen Nervenschäden ist keine Heilung möglich.

Linderung der Schmerzen ist mit vielen Methoden möglich.

Herkömmliche Schmerzmittel helfen NICHT!!
Sie schlagen nur auf den Magen ohne weiteren Nutzen. - Bitte weglassen!

Äußerliche Behandlung der Nervenschmerzen

  1. Pfeffersalbe
  2. Lidocain-Pflaster (Bisher nur im Ausland zugelassen)

Medikamentöse Behandlung des Nervenschmerzes

Nervenmedikamente lindern Nervenschmerz und sind effektiv.
Aber: welches Medikament wirksam ist, muss ausprobiert werden (2-4 Wochen), denn Nervenschmerz ist individuell.

Therapie des Nervenschmerzes

Moderne Nervenmedikamente sind sehr gut verträglich.
Beispiele:

1) Antiepileptika (Lyrica oder neurontin)
2) Antidepressiva (Saroten)
3) Opioide invasive Verfahren

Wenn Medikamente nicht helfen:

  1. Sympathikusblockade
  2. Epidurale Stimulation (SCS)
  3. Intrathekale Katheter mit Medikamentenpumpen
Zusammenfassung
  1. Frühe Nervenuntersuchung (QST) ist sinnvoll: gibt es einen Nervenschaden?
  2. Früherkennung ist wichtig und eine Verlaufskontrolle empfohlen.
  3. Es gibt eine Reihe an Behandlungsmöglichkeiten.
  4. Moderne Nervenmedikamente sind gut verträglich und wirksam.

 

Wohin wenden?

- MUW/AKH wissenschaftl. QST-Sprechstunde
Tel.: (01) 40 400 2524 oder – 6428
www.meduniwien. ac.at/humanpain
humanpain@meduniwien. ac.at

- QST in meiner Ordination
Tel.: (01) 440 88 22
ordination@gustorff.at www.gustorff.at

- Schmerzambulanzen

- Neurologen

Vielen herzlichen Dank für den informativen interessanten Vortrag!

Gottfried Bitiste

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