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" DIABETIKER-SCHULUNG" Eine Informationsserie von Dr. Susanne PUSARNIG 3. Folge: Essen bei Typ 2 Diabetes |
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In der Zeit vor Ostern…..
…reden alle vom „Fasten“: aus religiösen Gründen, als Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung, oder weil man im Frühling mit Entsetzen bemerkt, dass die Sommerkleider vom Vorjahr kaum mehr passen werden, oder weil die „Neujahrs-Vorsätze“ noch nachwirken oder weil man einfach mehr Energie für Veränderungen hat, wenns endlich wieder schön wird und die Sonne scheint….……
Und auch Diabetiker seufzen oft: “Jetzt muss ich wohl mein ganzes Leben lang fasten! Ich darf ja gar nichts mehr essen!“
Also schauen wir uns die Sache mit dem Essen bei Diabetes, also das mit der „Diät“, diesmal näher an.
Hier dreht sichs NUR um die Typ 2 Diabetiker, also solche, deren Bauchspeicheldrüse noch Insulin herstellen kann, und wieder wende ich mich ganz besonders an alle „frisch entdeckten“.
Möglichst bald nach der Diagnose „Diabetes“ sollten Sie etwas übers Essen hören – aber ohne Drohen, Schimpfen, Verbieten - am besten in einer richtigen Diätberatung.
Das ist der nächste Schritt auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben mit Diabetes mellitus.
Einer der wichtigsten, denn durch das, was wir essen, beeinflussen wir unseren Zucker-Spiegel.
Vielleicht haben Sie schon Verwirrendes im Bekannten-Kreis gehört: dass Diabetiker nur zu bestimmten Zeiten essen dürfen, dass sie schrecklich kompliziert mit „Broteinheiten“ rechnen müssen, dass das Essen mit Diabetes „überhaupt keinen Spaß mehr“ macht, dass „ohnehin ALLES verboten ist“...
Bitte, glauben Sie NICHTS DAVON!
All das stimmt so schon lange nicht mehr. Es gibt zum Beispiel keine Nahrungsmittel mehr, die „ganz und gar verboten“ sind. Sie wissen ja schon: Sowohl Zucker im Essen als auch Kohlenhydrate erhöhen den Blutzucker-Spiegel (siehe Folge 1).
Sie wissen auch schon, dass Ihre Bauchspeicheldrüse nur
mehr schwer so viel Insulin herstellen kann wie Sie grad heute brauchen...
Da wär‘s doch vernünftig, der Drüse zu helfen und sie nicht dauernd
zu überfordern! Und Kohlenhydrate müssen eben erst einmal zu Einfach-Zuckern
abgebaut werden, bevor sie den Blutzucker-Spiegel erhöhen. Für uns
alle ist es einfacher, wenn die Arbeit die wir tun müssen, schön verteilt
den Tag über daherkommt und nicht immer wieder plötzlich so viel,
dass wir es kaum schaffen. Auch für mich ist es viel angenehmer, wenn die
Patienten nach und nach kommen und ich für jeden genug Zeit habe und keiner
allzu lange warten muss!
Genau so geht‘s auch einer schwächeren Bauchspeicheldrüse: es fällt ihr leichter, die entsprechende Menge Insulin zu produzieren, wenn Sie Dinge essen, die den Blutzucker-Spiegel erst nach und nach ansteigen lassen, also Dinge, die „langsam ins Blut gehen“. Dass das nicht gerade ein Punschkrapferl ist, mit viel rosa Glasur aus reinem Zucker außenrum, sondern eher Vollkornbrot, ist klar.
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Kohlenhydrate, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen, sind deshalb günstiger für einen Diabetiker als reiner Zucker oder Traubenzucker, der den Blutzucker-Spiegel sehr schnell erhöht. Von daher kommen die Empfehlungen, mehr Beilagen und Brot zu essen und weniger Süßigkeiten und Mehlspeisen - aber ein generelles Verbot gibt es für alle diese Dinge nicht mehr. In neueren Diät-Empfehlungen wird sogar erwähnt, 10% der Menge täglich gegessener Kohlenhydrate als Zucker essen zu dürfen - und damit braucht jemand, der sich das Leben einfach nicht vorstellen kann ohne das Honigsemmerl am Morgen, auch darauf nicht mehr verzichten! Man muss nur wissen was man da tut und warum - und um dieses Wissen geht‘s in der Diätberatung. |
Sie sollten sich einzeln mit einer Diätberaterin treffen. Jeder von uns bringt verschiedenes Vorwissen mit, jedem schmecken andere Dinge besonders gut, jeder hat einen anderen Tagesablauf. In einer Diätberatung geht es vor allem darum, ganz persönlich für Sie Hinweise und Tipps zu geben. Die allgemeinen Ernährungs-Empfehlungen, die ganz genau so für Gesunde wie für Diabetiker gelten, haben Sie schon im Schulungskurs gehört. Sie werden sehen, obwohl anfangs alles so logisch und einfach klingt, kommen doch Fragen im Alltag: beim Einkaufen, Kochen, Essen-Gehen. Am besten ist es, diese Fragen aufzuschreiben und zum nächsten Termin mitzubringen. Und ganz besonders wichtig: wie bei allen Schulungen freuen wir uns, wenn Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin mitbringen! Das ist bei der Diätberatung besonders dann wichtig, wenn der Partner derjenige ist, der bei Ihnen zuhause meist kocht.
Nach der ersten Einzel-Diätberatung sollten Sie zumindest
noch einen Termin vereinbaren, zwei bis drei Wochen später.
Einzel-Diätberatungen erhalten Sie gratis in den
Diabetes-Ambulanzen. Wir bieten einstündige Diätberatungen auch in
meiner Ordination an, bei uns müssen Sie die Beratung jedoch selbst bezahlen.
Bei Interesse rufen Sie bitte in der Ordination an!
Nochmals: eine gute Diät-Beratung hilft enorm viel weiter und kann nicht durch Lesen oder allgemeine Empfehlungen ersetzt werden!
Dennoch hier einige Hinweise, die aber auf keinen Fall ein Gespräch mit Ihrem Arzt und die Beratung bei der Diätassistentin ersetzen.
In unserem Essen ist fast immer zuviel Fett enthalten. Zuviel Fett macht dick und ist ungesund - auch bei Diabetes gilt daher: mehr Beilagen, weniger Fleisch, Wurst, Käse essen! Oft kann man heute noch hören, dass Brot, Reis, Nudeln „dick machen“ und besonders für Diabetiker „verboten“ seien - das stimmt so nicht: Erdäpfel z.B. haben genau so wenig Kalorien wie Äpfel -und jeder weiß, dass Äpfel „schlank machen“. Also: keine Angst vor Kohlenhydraten in den Beilagen - es müssen nur die richtigen sein, also eben Brot, Reis, Nudeln, Erdäpfel anstatt von viel Kuchen und Süßigkeiten.
Es gibt allerdings ein Nahrungsmittel, vor dem ich Sie jetzt schon ernsthaft warnen möchte: das sind die süßen Limonaden, wie Cola, Fanta, Sprite...
In einem Liter sind ca. 140 g (14 Deka!!) reiner Zucker - wiegen Sie das zuhause einmal ab, das ist eine Menge mit der man schon einen schönen großen Kuchen backen kann! Zum Glück gibt es alle diese Limonaden auch in der Light-Variante, und die können Sie unbesorgt trinken - da ist Süßstoff drin, in einer Menge die sicher nicht schädlich ist. Und Cola light usw. erhöht den Blutzucker daher kein bisschen! Wenn jemand wegen des großen Durstes bei hohen Zuckerwerten vor der Entdeckung des Diabetes viel Cola getrunken hat, bringt das Umsteigen auf Cola light eine ganze Menge und die Zucker-Werte werden sofort dramatisch besser. Sicherlich schmecken die Light-Limonaden nicht ganz so wie die Originale, aber hier lohnt es sich wirklich, Abstriche zu machen.
Sonst sind teure Diät-Produkte nur mäßig sinnvoll. Diabetiker-Süßigkeiten, Diabetiker-Schokolade und Diabetiker- Keks schmecken meist nicht besonders gut, sind teuer und enthalten manchmal mehr Fett als die „normalen“ Bäckereien! Da ist es klüger, wenn Sie mit Ihrem Arzt besprechen, wie Sie Ihre Therapie ändern können, wenn Sie einmal mehr essen wollen - Feste feiern, Freunde treffen, essen gehen gehören zu jedem Leben dazu und Sie sollen sich davon nicht ausgeschlossen fühlen, nur weil Sie nun Diabetiker sind!
Wenn Sie Ihren Diabetes nur mit Diät behandeln, sind gelegentliche Festessen meist kein großes Problem, wie Sie anhand Ihrer Blutzucker-Werte überprüfen können. Allenfalls brauchen Sie für diese Anlässe doch ein Medikament. Wenn Sie Tabletten einnehmen müssen, kann man auch immer eine Lösung finden, und wenn Sie Insulin spritzen, werden Sie bald nach einigen Hinweisen Ihres Arztes herausfinden, wie Sie damit den Blutzucker steuern können und was Sie tun müssen, damit Sie auch nach einem abendlichen Geburtstags-Essen morgens gute Blutzucker-Werte haben!
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Dr. Susanne PUSARNIG
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Praktische Ärztin
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Diabetes-Beratung
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1230 Wien, Ketzergasse 435-437
(Endstelle Tram 60 von Hietzing (U4) Bus 60A, 253, 255 von S-Bahn Liesing) |
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Tel. 01 / 888 67 23
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E-Mail: ordination@pusarnig.at
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Homepage: www.pusarnig.at
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