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Guter Sex auch mit Diabetes

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Am 23. November luden die Aktiven Diabetiker Austria

zu einem heissen Thema ein:

HOCH SOLL ER LIEBEN! -

Guter Sex auch mit Diabetes

Liebe, Sex und Partnerschaft - das waren die Themen, die am 23. November in den Tagungsräumen von Hoechst Marion Roussel in der Altmannsdorferstraße in Wien auf dem Programm standen. Die" heisse" Thematik, aber natürlich auch die hochkarätigen Referenten Professor Dr. Rudolf Prager (er mußte leider krankheitsbedingt absagen), Oberärztin Dr. Heidemarie Abrahamian, Diabetesexpertin aus dem KH Lainz (Vorstand: Prof.Dr. Karl Irsigler), Primarius Prof. Dr. Heinz Pflüger, Vorstand der Urologie im KH Lainz und die Psychotherapeutin Mag. Dr. Rotraud Perner sorgten für ein volles Haus. Trotz etwa 140 interessierter ZuhörerInnen war es mitunter so leise, dass man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören.

OA Dr. Heidemarie AbrahamianFrau OA Dr. Heidemarie Abrahamian leitete den Abend mit einem Vortrag über die 'Erektile Dysfunktion aus der Sicht des Internisten' ein: Etwa 55% der Diabetiker sind nach dem 55. Lebensjahr von der erektilen Impotenz, dem Verlust der Manneskraft, betroffen - vom Altersgipfel her etwa 10 Jahre früher als Nicht-Diabetiker. Impotenz kann das erste Symptom bei beginnendem Diabetes sein, reversibel nach Behandlung, ist aber meist eine Langzeitfolge des Diabetes.

Die Angiopathie (Gefäßverengung) ist dabei die Hauptursache vor der Neuropathie (Nervenschäden), auch Fettstoffwechsel-, Nierenfunktions-, und hormonelle Störungen (Schilddrüse u.a.), Bluthochdruck, gewisse Medikamente, Rauchen, Alkohol sowie psychogene Faktoren spielen eine Rolle. Der Internist klärt alle Faktoren auch mit Laborwerten in einer Sexualanamnese ab, was beim Allgemeinpraktiker meist nicht gemacht wird.

Bisher gab es die mechanische Methode der Vakuumpumpe und die Injektionstherapie, seit 1997 VIAGRAâ . Bei jüngeren Männern hat Impotenz sicherlich Krankheitswert, wieweit bei älteren Männern (obwohl 63% der über 80Jährigen noch Geschlechtsverkehr haben!) steht zur Diskussion – ebenso wie die Kostenübernahme durch die Kassen...

Prim. Prof. Dr. Heinz PflόgerEs gibt keine Viagra-Toten
Prim. Prof. Dr. Heinz Pflüger, Vorstand der Urologie im KH Lainz, betonte, dass - unabhängig vom Diabetes - ca. 50% der Männer im Alter zwischen 40 - 70 Jahren Erektionsstörungen hätten, 10% davon einen vollständigen Erektionsverlust, schätzungsweise gäbe es derzeit etwa 12.000 behandlungswillige Österreicher.
Für die Behandlung stehen derzeit zur Verfügung: Die Tablette VIAGRAâ , Akupunktur - auch günstig bei psychischen Faktoren, MUSE - ein in die Harnröhre selbst versetztes Medikament, Selbstinjektion in den Penis, Vakuumpumpe, Gefäßchirurgie und letztendlich die seltene Penisprothese.

Im Gegensatz zu den anderen Methoden, bei denen unabhängig von der Situation eine Erektion eintritt, wirkt VIAGRAâ nur bei sexueller Lust, kann also, wenn es nicht paßt, auch unterdrückt werden!
65% der Patienten waren mit der Wirkung der Tablette zufrieden, bei 58% der Diabetiker war sie erfolgreich. Mit 50mg sollte begonnen werden, bei keiner Wirkung auf 100mg steigern.
Als Nebenwirkung können Kopfschmerzen, Hautrötungen und kurze Magenverstimmung auftreten. Auch nach einem Jahr wird VIAGRAâ bei 85% ohne Wirkeinbuße weiterverwendet. VIAGRAâ nicht oder mit Vorsicht einnehmen sollen Männer mit Nitratbehandlung sowie nach einem Schlaganfall und Herzinfarkt innerhalb der letzten sechs Monate.

Allerdings: "Wer ohne Probleme Stiegen steigen kann, kann auch VIAGRAâ nehmen. Es gibt keine speziellen VIAGRAâ -Toten, beim Sex ist immer schon ein schöner Tod durch Überanstrenung passiert!" meinte Professor. Dr. Pflüger abschließend.

Dr. Rotraud PernerBefreiung von Ängsten
Den dritten Teil brachte dann die bekannte Psychotherapeutin Dr. Rotraud Perner zur Sprache. Sie kam nämlich auf die vielen versteckten Ängste zu sprechen, die viele von uns – vor allem die ältere Generation – in sich haben und die das Liebesleben oft so kompliziert machen. Da ist auf der einen Seite die Angst über Sexualität zu sprechen – "In der Kindheit wurde es uns verboten, heute wird es von uns verlangt" –, da gibt es Ängste über Gefühle und Verletzungen zu sprechen und da gibt es vor allem auch die Ängste zu versagen und dann darüber zu sprechen – "Du, Schatz, ich bekomm ihn heute nicht hoch!".

Frau Dr. Perner plädierte auf der einen Seite sehr für das Recht auf eine erfüllte Sexualität, auch unter zu Hilfenahme von Medikamenten wie Viagra, riet aber andererseits, sich doch einfach mehr Zeit für die schönste Sache der Welt – die Liebe – zu nehmen. Rotraud Perner: "Es ist so wichtig, daß wir aufhören einander Streß zu machen. Sondern eher versuchen, einander in die Entspannung zu bringen, die es uns möglich macht, unser Herz und unseren Körper zu öffnen. Ich habe gelernt, medizinisch ist es die Entspannung, die uns zur Erektion bringt, und nicht die Anspannung. Befreien Sie sich von dem Leistungsdenken, Sie müssen es bringen oder machen. Sondern genießen Sie!"

Zum Teil sehr nachdenklich, aber zum anderen Teil auch in sehr angeregte Gespräche vertieft, resümierten fast alle Gäste dieses ungewöhnlichen Abends: "Es war eine außerordentlich aufschlußreiche Veranstaltung!"

Herzlichen Dank für die Unterstützung dieses Abends an die Firmen Pfizer und Hoechst Marion Roussel!

Dr. Helga Grillmayr, Peter P. Hopfinger
Im Anschluß an unsere Veranstaltung trafen noch viele Fragen - telefonisch oder unter vorgehaltener Hand - bei den AKTIVEN ein. Wir baten Herrn Dr. Eugen PLAS von der Andrologischen Ambulanz im KH Lainz, die häufigst gestellten Fragen zu beantworten - herzlichen Dank!

Wie lange hält die Erektion an?
Nach der Einnahme von Viagra kann man nach ca. 30 bis 60 Minuten eine Erektion erlangen. Voraussetzung für das Erlangen der Erektion ist aber sexuelle Stimulation. Das bedeutet, daß nach der Einnahme einer Tablette Viagra nicht automatisch eine Erektion auftritt.Genauso natürlich wie die Erektion erlangt wurde, erschlafft der Penis dann auch wieder nach der Ejakulation (Samenerguß). Das bedeutet, die Erektion hält unter sexueller Stimulation vom Vorspiel bis zum Orgasmus an. Kommt es dazwischen zu Unterbrechungen in der Stimulation, so wird die Erektion abschwellen. Wird man in folge wieder stimuliert, dann wird man auch wieder eine Erektion erlangen.

Ist nach der ersten Ejakulation wieder eine Erektion möglich?
Wie oft und in welchem Abstand?
Nach der Einnahme von Viagra und der ersten Ejakulation (Samenerguß) ist die Erlangung einer wiederholten Erektion nach einer von Mann zu Mann unterschiedlichen Ruhephase möglich. Die erektionsfördernde Wirkung von Viagra kann sich unter sexueller Stimulation in einem Zeitraum von ca. vier Stunden entfalten. Danach ist nicht mehr genug Wirksubstanz von Viagra im Blut vorhanden und die restliche Wirkung zu schwach, um eine Erektion zu erlangen. Mehrfache Einnahmen von Viagra an einem Tag sollten nicht erfolgen.

Werden Partnerinnen nicht überstrapaziert?
Durch Viagra selbst bzw. die Wirkung von Viagra beim Mann werden die Partnerinnen nicht überstrapaziert. Erstens ist für die Wirkung von Viagra die sexuelle Stimulation durch die Partnerin notwendig. Wenn die Partnerin nicht will oder nicht mehr will, dann wird der Mann auch nicht mehr entsprechend stimuliert, so daß die erektionsfördernde Wirkung von Viagra nicht eintritt bzw. nachläßt. Zweitens steigert Viagra nicht die Libido, daß bedeutet, daß die Lust des Mannes durch die Einnahme von Viagra unverändert und auch die Qualität seines Orgasmus gleich bleibt, lediglich die Erektion wird verbessert.

Wenn Partnerin nicht mehr will - was tun?
Wenn die Partnerin keinen Geschlechtsverkehr mehr haben will, dann ist Viagra bestimmt nicht das Mittel der Wahl für den "liebesuchenden" Mann. In so einem Fall sollten die Partner zuerst mit einander reden oder Rat bei einem sexualtherapeutisch geschulten Therapeuten suchen.

VIAGRA bei Frauen mit Diabetes?
Prinzipiell ist Viagra ausschließlich für die Behandlung der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörungen) beim Mann zugelassen. Es laufen derzeit klinische Studien, in denen die Wirkung von Viagra bei Frauen in und nach den Wechseljahren untersucht wird. Die Resultate dieser Untersuchungen müssen jedoch abgewartet und ausgewertet werden. Bis dahin ist die Anwendung von Viagra bei Frauen nicht indiziert und nicht zugelassen.

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