Zusammenfassung des Vortrags von Dr. Helmut BRATH, KH
Lainz, am 16. März 99
"Weltweit sind 3 Millionen Tote pro Jahr = 10% aller Todesfälle,
30% der Krebserkrankungen und 30% aller Herzkreislauferkrankungen durch
Rauchen verursacht, die mittlere Lebenserwartung sinkt bei Rauchern um
12 Jahre, 35% - 50% der Raucher sterben an Rauchfolgen", so leitete
Herr Dr. Brath mit guten Dias im schönen Kommunikationsforum der Fa.
Novo-Nordisk seinen interessanten Vortrag ein.
Erst relativ kurz weiß man, wie schädlich sich auch Passivrauchen
auswirkt, und daß auch der plötzliche Kindestod vom Passivrauchen
des Säuglings oder vom Rauchen der Schwangeren mitverursacht ist.
Für DiabetikerInnen, die ohnehin ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Gefäßerkrankungen haben, wäre das Ausschließen des Risikofaktors Rauchen besonders wichtig.
Die
Wahrscheinlichkeit, an Herzkranzgefäßverschlüssen (KHK),
an Durchblutungsstörungen der Beine (PAVK) oder an Schlaganfall zu
erkranken, ist bei rauchenden Diabetikern 2-4mal höher als
bei nicht-rauchenden. Eine Studie zeigte, daß die Kombination Rauchen
und Diabetes ein Voranschreiten der Verkalkung der Halsschlagader nach
3 Jahren um 200% bewirkt!
Auch
diabetesspezifische Folgeschäden werden durch Rauchen negativ beeinflußt.
Vor allem bei der diab. Nephropathie (Nierenschädigung) ist die
Verschlechterung durch Rauchen deutlich nachweisbar.
Das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, ist bei Rauchern 3fach höher, sie sind insulinresistenter und haben höhere Insulinspiegel. Somit muß man Rauchen als unabhängigen Risikofaktor betrachten und müßte das Rauchverhalten in die regelmäßigen Kontrollen einbeziehen.
Und durch das Rauchen altert auch die Haut wesentlich rascher...
WAS KANN ICH TUN?
Hiezu muß man zwischen konsonanten (zufriedenen) und dissonanten
(unzufrieden mit Rauchverhalten) Rauchern unterscheiden.
Eine Raucherentwöhnung ist nur bei dissonanten Rauchern, die etwas
ändern wollen, möglich und sinnvoll.
Im KH Lainz entwickelte Herr Dr. Brath ein spezielles Raucherentwöhnungsprogramm für DiabetikerInnen in drei Phasen:
Vor allem die Gefahr der Gewichtszunahme sollte beachtet werden, denn
Nikotin steigert den Grundumsatz, und nach Entwöhnung muß man
seine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten umstellen, um eine Gewichtszunahme
(im Mittel + 3,5 kg) zu vermeiden. Auch die Nikotinersatztherapie hilft.
Im KH Lainz konnten mit dem Programm sehr gute Erfolge erzielt werden:
Nach einem Jahr haben 30-40% derer, die aufhören wollten, den Entzug
geschafft. Bei den Teilnehmern des Programms in Althofen sind es sogar
60%! Kontrollen sind zwei Jahre lang vorgesehen.
Für uns war dies ein sehr informativer Abend, den Herr Dr. Brath
mit dem Hinweis schloß:
"Niemand kann ewig leben, aber jeder möchte so gesund wie
möglich leben bzw. sterben.
Nichtrauchen ist der beste Weg dazu!"
Für Anfragen und Terminvereinbarungen steht Diabetesberaterin DDA&EMB Doris LASAR im KH Lainz; 3. Med.Abt. zur Verfügung: Tel. 01-80 110/2357 oder /2344.
Michaela Gabriel, Abbildungen von Dr.Brath
Wir danken Herrn Dr.Brath herzlich für
sein verständnisvolles und interessantes Referat sowie der Firma NOVO-NORDISK
für die Gastfreundschaft!