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Bericht über unsere Tätigkeit

Wir berichten über unsere Tätigkeiten im Jahr 2016. Ein Bericht von Dr. Erich Wolfrum.

Wie aus den Terminen ersichtlich, haben wir zwei Arten von Tätigkeiten, die wir immer wieder ankündigen:

Wir treffen uns regelmäßig einmal pro Monat oder in größeren Abständen. Der Sinn dieser Treffen ist einerseits, Betroffenen, die Mitglieder bei uns werden wollen, einen ersten Kontakt zu ermöglichen, aber auch gemütliche Plaudereien unter alten Bekannten finden statt. Dabei werden immer Erfahrungen ausgetauscht und auch die Wirkungen der einzelnen Therapien, auch die begleitenden Nebenwirkungen und auftretenden Schwierigkeiten, näher besprochen. Manchmal kommt ein Arzt und berichtet aus seinem Gebiet, oft bringt er dann auch einen Artikel für unser ADA-Journal mit.

Klagen werden immer gehört, dass das Interesse für medizinische Vorträge immer geringer wird, so dass wir uns oft fürchten, jemand mit bedeutendem Namen einzuladen, aus Angst, dass dann viel zu wenig Zuhörer anwesend sind.

Trotzdem sind diese regelmäßigen Zusammenkünfte der Grundpfeiler unserer Arbeit und sollten unter allen Umständen aufrecht erhalten bleiben, auch wenn nur zwei oder drei zusammensitzen: die Möglichkeit, die wir Interessierten bieten, zu uns zu kommen und uns kennen zu lernen, darf nicht aufgegeben werden.

Die zweite Art unserer Angebote sind regelmäßige, immer wieder stattfindende Tätigkeiten, an welchen meist immer die gleichen Mitglieder von uns, oft begleitet von Familienangehörigen, teilnehmen. Es sind dies regelmäßige Wanderungen, wöchentliches Schwimmen, Turnen oder Walking-Ausflüge, auch Tischtennisstunden. Insgesamt werden diese Aktivitäten gerne angenommen, sie könnten doppelt so stark besucht sein, sind aber für alle Teilnehmenden sehr positiv.

Unser ADA-Journal ist unser wichtigstes Instrument, welches unsere Arbeit zusammenhält und nach außen dokumentiert. Der Einsatz von Uwe Kassin und von Nadine Schefberger ist zu loben und für uns unbezahlbar.

Unsere liebe Post zwingt uns dazu, das Aussehen vom ADA-Journal zu verändern. Der Versand eines einzigen wie jetzt üblichen Journals wird ab 2017 EUR 2,50 kosten, ein Betrag, den wir uns aus unseren geringen Beiträgen nicht mehr leisten können. Das Journal wird daher umgebaut: es wird gleichviel Seiten behalten, diese werden jedoch leichter werden, die Größe wird ein wenig vermindert, so dass das Gewicht weniger als 75 g sein wird.

Finanziell geht es uns schlecht. Zum Jahresende ziehe ich sehr angestrengt die Zahlungen bis zum Eingang der nächsten Beiträge hinaus, oft mit Hilfe privater Mittel. Positiv sind die Spenden, welche oft die Jahresbeiträge erhöhen. Ein Lichtblick: im Mai musste ich mehr als 1.500 Mahnungen aussenden, wie immer direkt auf einen Zahlschein gedruckt – und in den folgenden vier Wochen haben über 1000 Mitglieder eingezahlt. Das bedeutet, dass ein Zahlschein notwendig ist, und da wir diese aus posttechnischen Gründen nicht im Journal beilegen können, werde ich im Dezember für alle Mitglieder Zahlscheine drucken, schön mit Namen auf den zu uns kommenden Teil, so dass das Buchen erleichtert wird (Max Mustermann als Absender).

Unsere Internetseitewww.aktive-diabetiker.at – ist ein echter Schatz. Alles, was in den letzten 15 Jahren geschrieben wurde, ist dort zu finden. Von Steuerproblemen, Führerscheinfragen bis zu ärztlichen Artikeln über Spezialfragen unseres Zustandes sind dort zu lesen – man muss nur wissen, wie man diese findet. Und ich behaupte, dass nicht mehr als drei Personen hier im Raum mir ohne Schwierigkeiten z.B. die Seite 4 aus dem letzten Journal 2015 aufmachen können – und dies ist eigentlich für uns alle eine Schande. Immer mehr von Euch haben ein internetfähiges Handy – und als Hilfe bei den Bemühungen, neue Mitglieder zu finden, ist das Internet als Diskussionsgrundlage einmalig.

Neue Mitglieder zu finden ist unser größtes Problem. Es kommen einfach von den vielen Aktiven keine Meldungen zu mir. Ich war und bin der Überzeugung, dass jeder Aktive in seiner Umgebung zumindest drei Ärzte kennt, welche man überzeugen kann, das ADA-Journal aufzulegen und ihren Diabetes-Patienten in die Hand zu drücken. Nur von zwei Seiten kamen auf Grund meiner allen zugesandten Bitte Namen und Adressen. Die übrigen sollten sich anstrengen und mir auch interessierte Ärzte nennen – natürlich bedeutet das die Mühe, vorher mit dem Arzt zu sprechen und sein ok einzuholen.

Zur Zeit besteht ein Gleichgewicht: Stornos wegen Tod, Altersheim, Leseschwäche und Desinteresse werden durch Neuanmeldungen gerade aufgewogen. Das Desinteresse beruht oft auf der Annahme, dass wir für Insulinpflichtige zu wenig schreiben. Ich werde mir in Kürze die Mühe machen, alle unsere Artikel aufzumachen und dann nachzuweisen, dass für mehr als die Hälfte der Artikel Interesse bei den Insulinpflichtigen bestehen muss, egal, welchen Typ uns die Ärzte nennen.

Absolut unzufrieden bin ich mit der Hilfe, welche ich bei den Bemühungen auf der politischen Ebene erhalte. Unsere Anwesenheit auf dieser Ebene wird als dritter Teil unserer Tätigkeit bezeichnet – ich bitte immer wieder um Teilnahme, ich versende Einladungen zu (medizin)politischen Treffen, zu Schulungen, etc. – und sehe keine Reaktion. Und die Frage, warum ich alleine unsere Forderungen festlegen und vorbringen soll, stellt sich mir immer wieder. Ich bin 82 Jahre alt – wer übernimmt diese Aufgabe, besser heute als morgen ?

Die Politik fordert uns immer mehr. Es wird versucht, Aufgaben auf uns abzuwälzen, die eigentlich vom Hauptverband, von den Krankenkassen, der Ärzteschaft, dem Gesundheitsministerium und insgesamt von unserer Verwaltung zu tragen sind. So gibt es im Gesundheitsministerium, der AGES, einen Arbeitskreis, der die Diabetesbetreuung verbessern soll. Zwei von uns sind dort dabei – den Rest habe ich, besonders von den handelnden, verantwortlichen Persönlichkeiten, bereits bei unserem Seminar in der evangelischen Kirche vor vielen Jahren gesehen. Diese sind zu fragen, warum sich bis heute nichts geändert hat.

Von 800.000 Betroffenen, die wir zur Zeit in unserem Staat haben, sind, so behaupte ich, mehr als die Hälfte ungeschult. Mit zwei klugen Damen, die jede meiner Behauptungen zuerst einmal anzweifeln, versuche ich nun, diese Behauptung mit Sektionschefs, Hauptverbandmanagern, etc. zu diskutieren und zu fragen, warum denn dies seit Jahren nicht geändert wird.

Die ARGE Selbsthilfe, ein vor mehr als zehn Jahren auf Forderung der Politiker gegründeter Verein, der sehr großzügig (z.B. € 400.000.- für 2 Jahre) finanziert wird, versucht verzweifelt, für uns größere Selbsthilfegruppen Basisfinanzierungen zu erhalten. Natürlich besteht die Möglichkeit, Projekte in den einzelnen Bundesländern zur Finanzierung vorzulegen, aber für größere Ereignisse, für den Bürobetrieb, etc. fehlt das Geld und sollte von den Steuerzahlern bereitgestellt werden. Der Finanzausgleich in Österreich wird gerade beschlossen, die ARGE streitet sich intern immer noch – siehe www.aktive-diabetiker.at/info, wie auf der Vorderseite unseres Journals abgedruckt.

Die Kongresse der OeDG, der Vereinigung unserer Diabetologen, gibt uns großzügig die Möglichkeit, gratis teilzunehmen. Dieses Jahr gehen wenigstens Ella Benedek und ich, jeweils in Begleitung, dorthin – warum kommen nicht mehr?

Aktive sind Betroffene, die seit Beginn unserer Arbeit dabei sind oder die von der Generalversammlung aufgenommen wurden – so sagen es unsere sehr ausgewogenen Statuten. Das Ausscheiden aus dieser Aufgabe erfolgt freiwillig oder durch Beschluss der Generalversammlung, ein Vorgang, der noch nie erfolgt ist. Meldungen darüber sind in unserer Tagesordnung vorgesehen.

Aktive sollten wissen, dass sie neben dem Führen einer Gesprächsrunde oder einer Bewegungs-Veranstaltung auch Pflichten als Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe auf sich nehmen müssen. Wer sonst, wenn nicht sie, sind so gut informiert über die Bedürfnisse der österreichischen Betroffenen – und warum helfen sie nicht mit, dass unser für uns katastrophales Gesundheitssystem verbessert wird, dass Verantwortliche gefunden, angesprochen und an den Pranger gestellt werden, wenn kein Ergebnis kommt ?

Fast hätte ich unsere Telefongespräche vergessen: ein Teil unserer Arbeit erfolgt am Telefon, sehr hilfreich für alle, die Fragen haben, die entweder direkt beantwortet oder weitergeleitet werden können.

Dr. Erich Wolfrum
Wien, im Oktober 2016




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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien