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Wir sitzen alle in einem Boot ...

Wenn alle Beteiligten mitrudern kommt man am schnellsten ans Ziel!

Rudern mehrere, kommt man sehr viel leichter und schneller ans Ziel und, rudern alle miteinander, kommt man naturgemäß noch besser voran.
Das ist nicht nur beim Rudern so, das betrifft eigentlich alle Lebenssituationen. Jeder von uns kennt das und hat schon diese Erfahrungen gemacht.

Sie liebe Leser des ADAJournal’s, Sie sitzen in einem großen Boot. Ein Boot mit ungefähr 800.000 Passagieren, alle sind „Diabetiker“, und es werden immer mehr.
Gegen unser Boot war die Titanic eine Zündholzschachtel – doch werden auch wir untergehen?

Gegensteuern

Um diese furchtbare Aussicht, nämlich zu sinken, zu verhindern, sind wir alle gefordert, auch die, die das Boot bauen und steuern.
800.000 Passagiere sind auf jeden Fall zu viel, eindeutig, sagen „SIE“, unisono. Da haben Sie vollkommen recht. Man muss unbedingt gegensteuern, Maßnahmen ergreifen.

Und es wird sehr wohl gegengesteuert. Es gibt eine Reihe von Initiativen, welche sich bemühen, gemeinsam einen Weg zu finden, um die Anzahl der Passagiere zu reduzieren.

Eine Initiative ist die Externer LinkÖsterreichische Diabetes Strategie.

Das Gesundheitsministerium hat sie ins Leben gerufen. Alle relevanten Persönlichkeiten haben daran teilgenommen, alle, die sich tagtäglich um uns kümmern. Gesundheitsexperten, Politiker, Ökonomen, Ärzte und unter anderem auch Selbsthilfegruppen, wie die „Aktiven
Diabetiker Austria“ .

Man hört auf Sie

Ja, man hört auf SIE, auf Ihre Meinung und man schätzt Ihre Mitarbeit. Eingebracht wird alles, was man von Ihnen, den Betroffenen, erfährt. Die Rückmeldungen sind enorm wichtig – wie soll man etwas ändern, wenn man nicht weiß, was man ändern soll?

Ein Beispiel ist die Rückmeldung eines Diabetikers – irgendwo in Österreich – der ein spezielles Problem mit seinem diabetischen Fuß hat. Sechs Monate hat es gedauert, bis die richtige Diagnose gestellt wurde. Da kann man schon über board gehen und das gehört, zum Beispiel, geändert.

Man sieht, trotz eines hervorragenden, flächendeckenden Gesundheitssystems in Österreich gibt es „undichte“ Stellen und daran arbeitet die Kommission.

Was kann man wo und wie verbessern, beziehungsweise ändern?

Eine Reihe von Punkten werden angeführt. Es beginnt damit, uns alle besser zu informieren, uns aufzuklären und zu schulen – also die Vorsorge.

Natürlich muss man das Angebot auch annehmen. Man muss zu Schulungen, Vorträgen gehen und hier gibt es wirklich eine Menge davon. Da gibt es keine Ausreden.
Für Ihre Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel, gibt es Externer LinkTherapie Aktiv. Hier werden die Ärzte entsprechend geschult. Diese Initiative bietet Ihnen in Folge Schulungen an. Sie lernen über den Diabetes und Sie lernen auch Ihre Hausärztin und Ihren Hausarzt besser kennen. Glauben Sie mir, dieses Miteinander ist sehr wichtig.

Andererseits wird auch für die Fortbildung unserer Ärzte gesorgt. Nichts ist so kurzlebig wie die Wissenschaft. Tag für Tag gibt es Neuigkeiten. Neue Erkenntnisse in der Medizin. Ein umfangreiches Fortbildungsangebot ist vorhanden, wird aber themenspezifisch erweitert.

Der Stellenwert des guten, alten Hausarztes stößt in neue Dimensionen vor.
Primärversorgungszentrum – Experten, die sich allesamt um Sie kümmern – wie die gute, alte Diabetesambulanz im KH Lainz in Wien, wie ich sie noch kennenlernen durfte.

Die Entwicklung der Primärversorgungszentren bleibt noch abzuwarten – noch steckt sie in den Kinderschuhen, noch sind Kinderkrankheiten zu erwarten, aber, aus Kindern werden ja schlussendlich Erwachsene.

Ein Netzwerk ist nötig

Ein wesentlicher Punkt ist die Zusammenarbeit und Kommunikation der verschiedenen Gesundheitsberufe untereinander. Nicht nur Ihre Ärztinnen und Ärzte werden mit Fachärzten ein Netzwerk bilden, auch der Pflegedienst und all die vielen anderen werden integriert, wie zum Beispiel die Orthopädieschuster, die Podologen, die Bandagisten etc. etc.

Die Externer LinkFachgesellschaft ÖDG wiederum – die österreichische Diabetesgesellschaft – arbeitet emsig in einer Sonderkommission mit den Selbsthilfegruppen auf Augenhöhe zusammen.
Hier werden vor allem die „praktischen Dinge“ erarbeitet, immer in Bezug auf die tagtäglichen Erfordernisse der Diabetiker.

Ziel ist es, eine Verbesserung Ihrer Versorgung zu erreichen. Auch hier gilt, je mehr Rückmeldungen Ihrerseits, desto besser. Die Mithilfe der Selbsthilfegruppen ist schon gefragt.

Sponsoren wären wichtig

Ohne Geld geht gar nichts – ein alter Spruch.
Kinder- und Jugendcamps im Sommer werden vornehmlich durch Sponsoren finanziert. Geld, das für die Zukunft sehr gut investiert ist. Kinder mit Diabetes lernen mit ihrer Erkrankung umzugehen, können mit anderen ihre Erfahrungen austauschen – eigentlich unbezahlbar.
Dieses Jahr musste jedoch eine Kürzung von zwei auf eine Woche dieser Camps in Kauf genommen werden – kein Geld.

Selbsthilfe ist auf Geld angewiesen

Selbsthilfegruppen – die Arbeit erfolgt freiwillig und ohne Entlohnung – sind auf fremde Hilfe angewiesen. Es wird nicht gebettelt, es wird gebeten.

Aktiver Diabetiker zu sein bedeutet einen Mitgliedsbeitrag von 20,- Euro im Jahr zu bezahlen.
Das sind 1,66666667 Euro pro Monat!

Das lasse ich hier so ohne Kommentar stehen.

Aktive Diabetiker sind aktiv und je mehr aktiv sind, desto besser. Desto größer wird das Sprachrohr, desto mehr Gehör wird geschenkt und das kommt Ihnen allen zu gute.

Vielleicht kennen auch Sie in Ihrem Bekanntenkreis einen Diabetiker, sprechen Sie mit ihr oder ihm, erzählen Sie über unsere Aktivitäten, informieren auch Sie unsere Passagiere.

Denn es gibt noch viel Arbeit am Boot.

Foto: © Privat

Dr. Adalbert Strasser
ADA Präsident
Facharzt für Chirurgie

1120 Wien, Hetzendorferstrasse 52-54

Web: Externer Linkwww.wundmed.com
E-Mail: Adalbert.strasser@aon.at
Telefon: 01/ 804 70 22




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 29.10.2017 - 12:15 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien