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Frühe und alle Risikofaktoren berücksichtigende Typ 2-Führung halbiert die Todesrate.

Ein Artikel im „International Journal of Metablism by fax“ vom 27.2.2008
Übersetzt von Erich Wolfrum

Dies ist die Schlussfolgerung der Nachfolgebearbeitung der Steno-2-Studie, die vor kurzem veröffentlicht wurde. Die Studie begann 1993, als 160 dänische Typ 2 Patienten mit Mikroalbuminurie (ein Marker für allgemeine Schädigung der Endothelzellen) ausgewählt wurden zu einerseits einer intensiven Therapie – mit engmaschigen Kontrollen, Lebensstilveränderung, Metformin, Gliclazide und Insulin und der Anwendung von Renin-Angiotensin-Blocker, Aspirin und fettsenkenden Wirkstoffen – oder andererseits der üblichen mehrseitigen Behandlung.
Die hauptsächliche Behandlungsdauer lag bei 7,8 Jahren.

Die anfängliche Übersicht zeigte zweimal so viele makroviskulare und mikrovaskulare Komplikationen bei den Hochrisikopatienten, die entsprechend den vorherrschenden Standards für Typ 2-Diabetes behandelt wurden, im Vergleich zu einer Gruppe, die weit intensivere Behandlung erhielt.
Aber eine Frage blieb bei dieser Übersicht offen: sterben Patienten, die keine intensive Therapie in einem frühen Stadium erhalten haben, in relativ jüngerem Alter? In der Nachfolgebearbeitung der Steno-2-Studie wurden die Patienten anschliessend in einer Beobachtungsstudie während im Schnitt 5,5 Jahre begleitet.

Das Ergebnis zeigte eine absolute Risikominderung von 20 % bei allseitig begründeter Sterblichkeit bei Patienten, die eine intensive medizinische Führung zusammen mit Ratschlägen zu einem gesunden Lebensstil erhielten. Insgesamt starben 24 Patienten in der Intensiv-Betreuungs-Gruppe, im Vergleich zu 40 Patienten in der Konventionell-Betreuungs-Gruppe.

Erschreckenderweise war die Sterblichkeit 50 % während der gesamten Beobachtungsperiode bei der Patientengruppe, die anfänglich die übliche mehrseitige Behandlung angeboten erhielt. Dies ist eine sehr schlechte Voraussage für Patienten, wenn sie nicht frühzeitig und intensiv betreut wurden.

Intensive Therapie bewirkte auch eine niedrigere Sterblichkeit von Seiten des Herzens (13 % weniger schwere, 29 % weniger leichte Ereignisse). Das Risiko von Komplikationen bei Niere, Augen, dem autonomen nervensystem wurde halbiert. Nur ein Patient der intensivbetreuten Gruppe musste zur künstlichen Niere, im Vergleich zu 6 Patienten der anderen Gruppe.

Die Halbierung der Sterblichkeit und der Gefäßkrankheiten bei der anfänglich intensiv-betreuten Gruppe wurde erreicht, obwohl die wirkliche Betreuung weit ab von zufriedenstellend war.

Die wirkliche Herausforderung ist jetzt, neue Wege zu erforschen, Teile der Spezialistenfunktionen, die aus Tradition im Spitalbereich in Kliniken angesiedelt sind, in den allgemeinen Bereich zu verschieben, um gute Ergebnisse bei der Ersttherapie für Typ 2-Patienten zu erreichen.

Die Lehren aus der Steno 2-Studie und der nachfolgenden Bearbeitung für den arbeitenden Hausarzt ist, dass die frühzeitige Anwendung eines ehrgeizigen, zielgerichteten, vielseitigen Behandlungspaketes gemeinsam mit personenbezogener Risikoabwägung und laufender Erziehung und Motivation nachweisbare und anhaltende Vorteile für Typ 2-Patienten mit Mikroalbuminurie mit sich bringt. Diese Hochrisikopatienten dürften rund ein Drittel aller Typ 2-Patienten ausmachen.

Die Gruppe „Intensive Behandlung“ bei Steno-2 hat Ziele entsprechend den letzten Leitlinien der American Diabetes Association festgelegt. Diese schliessen ein:

  • HbA1c kleiner 6,5
  • Gesamtcholesterin kleiner 175 mg/d
  • Triglyceride kleiner 150 mg/dl
  • Blutdruck kleiner 130 : 80

In diesem Zusammenhang ergibt sich hohe Erwartung in zwei weitere Studien.
O.Pedersen – Copenhagen, Dänemark




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