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FIT fürs leben – Diabetes richtig steuern durch "Können"

Therapiemöglichkeiten bei Typ 1 – Diabetes

In einer kleinen, aber sehr interessierten Runde unterstrich Frau Prof. Dr. Howorka voll Überzeugung, dass die Grundlage jeder erfolgreichen Diabetestherapie eine kompetente, ausführliche Schulung ist, die zur selbständigen Steuerung des Blutzuckers, des Blutdrucks und der Blutfette führt.

Ein Vortrag mit Diskussion von Prof. Dr. Kinga HOWORKA, Forschungsgruppe Funktionelle Rehabilitation und Gruppenschulung, eV., Med. Universität Wien, bei der ADA-Gruppe “20 und mehr” am 17. März 2010 in ihrer Ordination in Wien 17, Pezzlgasse 4/2.

In einer kleinen, aber sehr interessierten Runde mit unterschiedlichsten Fragen und Ansprüchen unterstrich Frau Prof. Dr. Howorka voll Überzeugung, dass die Grundlage jeder erfolgreichen Diabetestherapie eine kompetente ausführliche Schulung ist, die zur selbständigen Steuerung des Blutzuckers, des Blutdrucks und der Blutfette führt.

FIT fürs leben – richtig steuern durch Können
Frau Prof. Dr. Howorka bietet mit ihrem Team folgende Schulungen für Typ 1 und Typ 2-DiabetikerInnen an:

  • Diabetikerbasis-Schulung (18 Std.)
  • FIT-Schulung (30 Std.) Funktionelle Insulin Therapie FIT: Insulingebrauch vom Patienten separat entweder
    - zum Fasten oder
    - zum Essen oder
    - zur Korrektur der erhöhten Blutzuckerwerte
  • Hypertonie/Nephropathie (3 × 4 Std.) Bluthochdruck – Vorbeugung von Folgeschäden, vor allem an der Niere
  • Hyperlipidämie (2 × 4 Std.) Blutfette: erhöhtes LDL-Chol., Tri-glyceride, vermindertes HDL-Chol.
  • Schlank & FIT- Kurs und Treff (4-8 × 4 Std.)
  • Hypoglykämie-Prävention (2 × 6 Std.) Verhütung von schweren Unterzuckerungen
  • Schwangerschaft / Diab. (6 Std.)

Auskunft & Anmeldung:
Sekretariat (Frau Reischl)
Telefon (01) 40 400 19 93
9:00 – 13:00 Uhr
susanne.reischl@meduniwien.ac.at

Immer wieder gibt es etwas Neues, immer wieder brauchen wir Betroffene neue Motivation und Auffrischung – familiäre, private und berufliche Prioritäten nützen die Schulungen ab. Daher bietet Frau Prof. Dr. Howorka jedes Jahr an:

  • FIT-Update (Wochenende / 2 Tg.)
  • Update für Typ 2-Diabetes (1 Nachmittag)

In Vergleichsuntersuchungen von zahlreichen Diabeteszentren Österreichs hatte die Forschungsgruppe Funktionelle Rehabilitation und Gruppenschulung, eV., Med. Univ. Wien die besten Ergebnisse für HbA1c und liegt auch bei guten Blutdruck- und Blutfettwerten im oberen Bereich.

Frau Prof. Dr. Howorka meint, dass gute Schulungen statt Krankenhaus- und Kuraufenthalten zu einer wesentlichen Kostensenkung im Gesundheitswesen führten.
Auf die Frage nach unerklärlichen Blutzuckerschwankungen, die uns alle immer wieder quälen, meinte Frau Prof. Dr. Howorka, dass diese häufig durch virale Infekte verursacht wären – wir müssen messen und richtig reagieren – mit Korrekturen und eventuell auch Erhöhung des basalen Insulins. Korrekturen nach oben oder unten sind bei ca. der Hälfte der BZ-Messungen erforderlich.

Ein Besucher war geplagt von immer wiederkehrenden schweren Unterzuckerungen (mit Bewusstlosigkeit) – er schätzte an die 1000 in seinem über 30jährigen Diabetesleben.
Frau Prof. Dr. Howorka verwies ihn an die Hypoglykämie-Präventionsschulung und informierte uns darüber, dass bei 10-20% der DiabetikerInnen das Gehirn anders funktioniert – bei fallendem BZ “schläft es ein”, erst nachher treten die typischen Symptome auf. „Dies ist ein Schutzeffekt – es verbraucht weniger Zucker.“
Wichtig ist für solche Diabetiker/innen, die BZ-Zielpunkte um mindestens 20-30mg/dl anzuheben. Das basale Insulin soll unter 40% des Tagesinsulinbedarfs liegen, das HbA1c kann auch über 8% liegen.
Zur Vermeidung von Folgeschäden ist ein niedriger Blutdruck sehr wichtig!

Da auch eine junge Frau in der Runde war, ging Frau Prof. Dr. Howorka auf Schwangerschaft und Geburt bei Diabetikerinnen ein:
Auch heute noch sind die Babies von 50% der Diabetikerinnen zu groß (Makrosomie) und haben bei der Geburt zu niedrigen BZ, weil sie für die Mutter Insulin produzieren – der BZ der Mutter war zu hoch.
Unter Behandlung von Frau Dr. Howorka liegt diese Zahl unter 10%.

Die Frage nach einer Verbesserung der Diabetessituation durch eine Insulinpumpe beantwortete Frau Prof. Dr. Howorka so: Sie sei durchaus für Pumpentherapie – unter der Voraussetzung einer guten FIT-Schulung.
Insulinpumpen seien jedoch kein “Allheilmittel”, statistisch haben Pumpenträger nach 3-4 Jahren gegenüber FIT-Patienten mit Spritzen sogar ein höheres HbA1c, auch das Ketoacidoserisiko ist bei Pumpen- bzw. Katheterversagen am größten.

Auf die Frage nach Transplantation meinte sie:
Bei einer Bauchspeicheldrüsen- oder Inselzelltransplantation sind Immunsuppressiva zur Vermeidung der Abstoßung nötig. Diese sind jedoch nicht harmlos – schädigen die Nieren, die Immunabwehr insgesamt ist gedämpft (Krebsrisiko, Anfälligkeit für alle Infekte) – besser Insulin!

Dr. Howorka und Mag. Gamsriegler

Herzlichen Dank für diesen sehr informativen Abend, in dem Sie auf alle Fragen so ausführlich und kompetent eingegangen sind!

David Gamsriegler
Text: Dr. Helga Grillmayr

Ordination Prof. Dr. Howorka 1170 Wien, Pezzlgasse 4/2




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