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Worauf muss man bei Sensibilitätsstörungen achten?

Sensibilität

Vortrag von Ergotherapeutin Martina MISTLBERGER bei der ADA – Gruppe Steyr

Mistlberger

Sensibilität ist wichtig fürs Greifen, Spüren, Hantieren, Erkennen, für feinmotorische Tätigkeiten, und hat Schutzfunktion (Kälte, Wärme, Druck, Schmerz).

Eine Hand mit guter Sensibilität kann „sehen“, d.h. feinste Gegenstände ohne Augenkontrolle erkennen und manipulieren. Daher kann der Anteil der Sensibilität an der Gesamtfunktion der Hand nicht hoch genug eingeschätzt werden.

[Selbsterfahrung: mit Handschuhen Schuhe binden, Münzen aus der Geldtasche holen]

Was versteht man unter Sensibilität?

Die Haut enthält eine Vielzahl von Rezeptoren, die Auskunft geben über Wärme, Druck, usw.

Man unterscheidet Oberflächen- und Tiefensensibilität:

Oberflächensensibilität:

  • Schmerz
  • Temperatur
  • Berührung

Tiefensensibilität:

  • Druck
  • Vibration
  • Bewegungs- und Lagesinn

Störungen der Sensibilität:

  • Kribbeln in den Fingern
  • verminderte Schmerzwahrnehmung
  • taubes Gefühl
  • Missempfindungen
  • Kälte

Worauf muss man bei Sensibilitätsstörungen achten?

  • Schutzmaßnahmen im Umgang mit Hitze, Kälte und scharfen Gegenständen
  • Kontrolle des Kraftaufwandes beim Greifen (lang anhaltender leichter Druck führt zur Überstrapazierung des Gewebes – Pausen machen)
  • durch Augenkontrolle kompensieren
  • Stresszeichen der Haut wie Rötung, Schwellung, Überwärmung beachten
  • Vermeidung des Gebrauchs kleiner Griffe und Greifflächen
  • zur Verbesserung der Druckauflage Griffe polstern

Wie kann man die Sensibilität trainieren?

  • Stimulation mit verschiedenen Gegenständen (Pinsel, Igelrolle, Waschlappen)
  • ertasten von Gegenständen (ohne Augenkontrolle)
  • Gegenstände aus einer Kiste mit Linsen suchen
  • erkennen von verschiedenen Oberflächen ohne visuelle Kontrolle

Hilfsmittel für den Alltag

  • rutschfeste Folie (erleichtert das Öffnen von Flaschen)
  • Griffverdickungen
  • Greifzange

Hilfsmittel fürs Gehen

  • Rollmobil (Vorteile: gut geeignet für Außenbereich, Sitzbank für Pausen, Bremsen; Nachteil: in engen Räumen nicht so wendig)
  • fahrbahrer Gehbock (Vorteile: sehr wendig, geringes Gewicht; Nachteil: durch kleine Räder nur für Innenbereich geeignet, keine Bremsmöglichkeit)
  • Gehstock, Krücken: wichtig: richtige Größeneinstellung (im Stehen soll bei hängendem Arm der Griff in Handgelenkshöhe sein), Gummikappen kontrollieren

Hilfsmittel fürs Badezimmer

  • Badewannenbrett
  • Duschhocker, bzw. –klappsitz
  • Haltegriffe
  • Toilettsitzerhöhung

Martina Mistlberger




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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien