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Bericht über die allgemeine Lage

Bericht von Dr. Wolfrum bei der Generalversammlung Oktober 2010

Ich kann nur den Bericht vom Vorjahr widerholen und verstärken:
Die Situation auf der Therapieseite stimmt mich optimistisch.
Insgesamt haben wir ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem, um welches uns viele auf der Welt beneiden können, und auch bei der bis in diese Tage als Stiefkind sich entwickelnden Diabetestherapie sehe ich bedeutende Fortschritte. Positiv bemerke ich:

  • Therapie aktiv wird anerkannt, wird immer mehr angenommen, und ist der richtige Weg, die einzelnen Patienten mit einem für sie während der ganzen Diabetesdauer verantwortlichen ‚Trainer’ zusammenzubringen.
  • Der Fragebogen der Wiener Gebietskrankenkasse ist optimal – er weckt den Patienten auf und es erfolgt hoffentlich ein Druck auf die Ärzteschaft er sollte wirklich zum Einsatz kommen.
  • Die div. Störfeuer durch Kündigung von Seite eines Teiles der Ärztekammer sehe ich als politisches Kleingeld, kritisiere jedoch, dass dies zu Lasten unserer Nerven erfolgt. Kammerpolitik zu Lasten der Beitragszahler ist abzulehnen.
  • Die Entwicklung der eCard wird uns alle noch überraschen und bedeutende Erleichterungen, aber auch Einsparungen bringen. Dies beginnt mit dem Sicherheitsgurt, durch welchen Ärzte, aber auch die ausgebenden Apotheker auf sich nicht vertragende Medikamente aufmerksam gemacht werden, bis hin zur Abrufbarkeit aller den Karteninhaber betreffenden Untersuchungen, Verschreibungen, etc.

Die mit der elektronischen Speicherung aller Daten immer wieder verbundenen Datenschutzbedenken sind meiner persönlichen Meinung nach reine Schaumschlägerei, denn es gibt für Österreich keinen Datenschutz, solange der amerikanische Geheimdienst alle unsere Speichervorgänge mitlesen kann, alle Bankbewegungen überwachen kann (der Server von SWIFT war in den USA, ist jetzt in der Schweiz und steht auch jetzt noch dem CIA offen), und ich halte es für sinnvoller, ein allgemeines Unrechtsbewusstsein für Datenmissbrauch zu schaffen und entsprechend dagegen gesetzlich vorzugehen (der nächste Bankboss, der Kredite wegen Diabetes verweigert > an die nächste Laterne) und der Spuk ist vorbei.

Kritisch bemerke ich, dass

  • zu wenig Ärzte ,Therapie aktiv’ anbieten,
  • viele davon Therapie ohne Schulung versuchen, ein Vorgang, den ich mir eigentlich nicht vorstellen kann
  • um einen passenden Arzt auf Hausarztebene zu finden, der Hausarzt gewechselt werden muss (so dass man dann, wenn man sich in den Finger schneidet, blutend 20 km laufen muss, um ein Pflaster zu bekommen).
  • das Pickerl an der Ordinationstüre fehlt, welches uns die besonderen Qualitäten, die Spezialitäten und die Praxiserfahrung unserer Ärzte anzeigt. Wir Patienten stimmen bei freier Arztwahl mit den Füssen ab, sind aber zur Zeit orientierungslos.
  • einmalige Schulung oft wirkungslos ist, weil der Schulungsinhalt gar nicht vom Patienten aufgenommen werden kann.
    Es fehlt – besonders in der Einstiegsphase jeglicher Therapie – eine begleitende Kontrolle, welche in wöchentlichen Abständen die Therapieerfolge kontrolliert (ähnlich wie bei Makoumar-Einstellung).



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