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Wieder FIT werden übers Wochenenende

Ich will‘s wissen

FIT Updates erhöhen die Therapie-Akzeptanz bei FIT-geschulten PatientInnen, motivieren zu besserem Lebensstil und vermitteln Know-how, um mit der chronischen Krankheit Diabetes besser zurecht zu kommen.

Das alljährliche FIT Update-Wochenende, eine Nachschulung für Funktionelle Insulintherapie, könnte der Grund sein, warum die Wiener FIT (Funktionelle Insulintherapie)-PatientInnen überdurchschnittlich gut behandelt werden. Denn Menschen mit einer chronischen Erkrankung brauchen von Zeit zu Zeit eine Motivationsunterstützung und ein Wissensupdate.

Regeln nach Bedarf

So können die PatientInnen eigenständige Therapieanpassungen besser vornehmen; mit Blutzuckerschwankung fertig werden, indem sie den Blutzucker akut besser korrigieren (primäre Dosisanpassung) und ihre Regeln (= sekundäre Dosisanpassung) an den Bedarf adaptieren: für Basisinsulin (mit Verzögerungsinsulinen oder Pumpe), für Mahlzeiten-Boli (meist mit rasch wirkenden Insulinanaloga) und für Blutzucker-Korrekturen. Die PatientInnen scheinen auch mehr zu protokollieren, z. B. elektronisches FIT Protokoll (Externer Linkwww.diabetesFIT.org).

DiabetesFIT®-Schulungen

FIT Updates erhöhen die Akzeptanz für therapiebezogenen Aufwand. Sie motivieren zu einem verbesserten Lebensstil mit mehr Bewegung, täglicher Trainingstherapie oder Muskelaufbautraining. Sie motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören oder an anderen Schulungsmodulen teilzunehmen, wie an den Hypertonieschulungen, den Schlank-Treffs für die Übergewichtigen, Schwangerschaftsvorbereitungskursen und Hypoglykämie-Vorbeugungschulungen. PatientInnen, die sich nicht in einer ständigen Therapie und Schulung bei uns befinden, entscheiden sich häufig für authentische FIT Schulungen, wie sie seit Jahrzehnten in kontinuierlich verbesserter Form angeboten werden (Externer Linkwww.diabetesFIT.org).
Während bei Typ 1-Diabetes die Funktion der insulinproduzierenden Beta-Zellen erlischt, ist dies bei Typ 2-Diabetes (DMT2) lange nicht der Fall. Bei DMT2 besteht meistens nur ein relativer Insulinmangel, weil das vorhandene Insulin nicht wirkt (Insulinresistenz). Die Basis der Insulindosisanpassung ist eine separate Verabreichung von kurzwirkendem- und Verzögerungsinsulin. Unter konventioneller und intensivierter Insulintherapie geschieht dies lediglich ein bis drei Mal täglich, unter FIT viel häufiger und separat für Fasten und Essen, falls nötig zusätzlich für Korrekturen.

Die FIT-Strategie

Die Einleitung von FIT erfordert strukturierte Schulung. Hier lernen die PatientInnen, ihren Blutzucker zu steuern. Die Kriterien der Anpassung für die „FIT Algorithmen“, werden auch rekapituliert (siehe Tabelle linke Seite).
Basis: Die mit Verzögerungsinsulinen hergestellte Basis (siehe oben) ist dann richtig, wenn sie eine relative Stabilität des Blutzuckers gewährleistet, somit zu schönen Nüchtern-Blutzuckerwerten führt und höchstens etwa die Hälfte des Tagesinsulinbedarfes ausmacht. Meist machen Verzögerungsinsuline lediglich 30 bis 45 % des Tagesinsulinbedarfs aus. Die Basis wird unter FIT mit Verzögerungsinsulinen hergestellt, falls keine Insulinpumpe gewünscht wird (keinesfalls notwendig).

Analoga wirken länger

Immer häufiger werden Insulinanaloga (Lantus oder Levemir) verwendet, da sie länger wirken als das Neutral Protamin Hagedon Insulin (NPH). Die NPH werden von allen relevanten Herstellern produziert: Bei absolutem Insulinmangel müssten sie zwei-, besser drei Mal täglich gespritzt werden. Sie werden besonders gerne in der Schwangerschaft genutzt.

Blutzucker selbst senken

Blutzuckerkorrekturen: Durch gezielte Korrekturen soll es den PatientInnen gelingen, den Blutzucker zu senken. Schnellwirkendes Insulin, d. h. meist Insulinanaloga, bedeutet geringeres Risiko von Unterzuckerungen bei alltäglichen Korrekturen.
Prandiales Insulin zum Essen: Das essensbezogene Insulin wird mit Insulinanaloga oder Normalinsulin abgedeckt. Die PatientInnen lernen, mit Hilfe der Regel „Wie viel Insulin brauche ich für eine BE (Broteinheit)?“ die richtige Insulinmenge für die Mahlzeit zu wählen. Ob die Dosis für das Essensinsulin stimmt, erkennt man endgültig erst, nachdem sowohl das Insulin als auch die Mahlzeit vollständig absorbiert wurden: Ist der Blutzucker mehrere Stunden nach dem Essen im Ziel, kann die richtige Dosis angenommen werden.


Foto: © Schoepp

Univ.-Prof. Dr. Kinga Howorka, M.D., MBA, MPH,
Rehabilitation-Engineering, Diabetes Research
an der Wiener Medizinischen Universität





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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 25.03.2011 - 21:24 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien