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Große Erwartungen in neue Injektionsbehandlung

Ins Auge gehen

Der Diabetes kann sich auch auf die Augen schlagen und dort Verheerendes anrichten. Daher regelmäßig augenärztliche Kontrolle.

Für viele DiabetikerInnen gehört die diabetische Retinopathie (Beteiligung der Netzhaut) zu den gefürchtetsten Komplikationen. Bei schlechter Diabeteseinstellung und zusätzlichem hohem Blutdruck kann es zu teils schwerwiegenden Veränderungen des Augenhintergrunds kommen.

Zunächst entstehen als früheste Veränderungen kleine Gefäßausbuchtungen (sogenannte Mikroaneurysmen) und Blutungen, die man im Allgemeinen nur beobachten muss. Es kann aber auch zu schwerwiegenderen Komplikationen kommen. Im Sehzentrum, der sogenannten „Makula“ (gelber Fleck), kann sich eine Schwellung entwickeln (das sogenannte „diabetische Makulaödem“). Dies führt im schlimmsten Fall zu einem deutlichen Sehverlust. Verzerrungen, Verbogen Sehen oder Probleme beim Lesen können entstehen. Eine andere, sehr ernste Komplikation ist die Bildung von neuen Gefäßen, die entweder vom Sehnervenkopf oder von der Netzhautperipherie ausgehen („proliferative diabetische Retinopathie“), auf Grund mangelnder Sauerstoffversorgung der Netzhaut. Diese neuen Gefäße sind sehr brüchig und lösen Blutungen in den Glaskörper des Auges aus.

Neue Behandlungswege

Für die Therapie oberstes Gebot ist eine gute Blutzuckereinstellung (ideal HbA1c-Wert unter 6,5 %) und Blutdruckkontrolle. Die Senkung hoher Werte soll nicht radikal und schnell erfolgen, um Nachteile für die Netzhaut zu vermeiden. Eine langsame Reduktion wird von der Netzhaut besser angenommen. Bei guter Einstellung braucht die Netzhaut ca. drei bis sechs Monate Zeit, sich darauf einzustellen.

Bei den Therapien der diabetischen Retinopathie ist es in den letzten Monaten zu einer grundlegenden Wandlung bei der Behandlung des diabetischen Makula-ödems gekommen. Bislang war eine Lasertherapie der Goldstandard, bei dem zarte Laserherde um das Sehzentrum gesetzt wurden, um das eigene Abwehrsystem zu aktivieren und die Pumpfunktion der Netzhautunterlage zu verbessern. Seit Kurzem gibt es dazu einen medikamentösen Ansatz. Die verschiedenen Medikamente zielen darauf ab, jene Stoffwechselfaktoren in der Netzhaut, die solche Schwellungen fördern, gezielt zu hemmen. Studien zeigen, dass im Vergleich zum Laser eine bessere Sehleistung erreicht werden kann, sodass diese sogenannte intravitreale operative Medikamentenapplikation mittlerweile zum Goldstandard wurde. Diese Behandlung muss jedoch steril in einem Operationssaal durchgeführt werden.

Generell muss man von mehreren Therapien ausgehen. Eine Lasertherapie kann bei mangelndem Ansprechen dennoch eingesetzt werden. Die proliferative diabetische Retinopathie wird nach wie vor mit Laser behandelt. Hier werden Laserherde in die Peripherie der Netzhaut gesetzt, um die Sauerstoffversorgung der Netzhautmitte, insbesondere die Stelle des schärfsten Sehens zu verbessern.
Dadurch verschwindet der Reiz für die Netzhaut, neue Gefäße zu bilden, diese entwickeln sich dann zurück oder vernarben.

Vorbeugen ist aber noch immer besser als heilen: Die Devise muss also heißen: Regelmäßig zum Augenarzt / zur Augenärztin. Je früher Veränderungen diagnostiziert werden, desto einfacher kann man sie auch behandeln!

Foto: © Privat / Dr. Erdem Ergun

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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 01.07.2011 - 06:29 Uhr

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