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Wenn nichts mehr geht, ist trotzdem nicht alles vorbei.Rien ne va plus
Die erektile Dysfunktion ist weiter verbreitet, als man annehmen möchte. Reden Sie darüber einfach mit Arzt oder Apotheker.

Verschiedene Krankheiten und Medikamente begünstigen die erektile Dysfunktion. Foto: © Shutterstock / Yuri Arcurs
Das zwischenmenschliche Problem der Erregungsschwäche beschäftigt viele Menschen, nicht zuletzt auch Diabetiker. ADA Journal Chefredakteur Richard Andraschko fragte nach bei Pharmazeut Mag. Bertram Spacek.
ADA Journal: Wann spricht man von erektiler Dysfunktion?
Mag. Spacek: Die erektilen Dysfunktion (ED) ist eine Erektionsschwäche von mindestens sechs Monaten Dauer, die einen befriedigenden Geschlechtsverkehr in über 70 % der Fälle verhindert.
ADA Journal: Kann die regelmäßige Einnahme von bestimmten Medikamenten die Sexualität beeinträchtigen?
Mag. Spacek: Die bei der ED gestörten sexuellen Abläufe im Körper basieren auf einem komplexen Zusammenhang von Psyche, Nervensignalen und Hormonen. In jedem dieser Bereiche können Medikamente Blockaden erzeugen. Allerdings lässt sich die durch Medikamente verursachte ED rückgängig machen. Ein Absetzen des verursachenden Medikaments normalisiert die Erregungsfähigkeit. Der Patient sollte dies jedoch nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, nicht bloß nach einem Blick auf den Beipackzettel, tun. Der Arzt kann prüfen, ob eine geringere Dosierung ausreichen würde oder ein anderes Medikament zur Verfügung steht, um die durch Medikamente bedingte erektile Dysfunktion zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, kann die Störung auch sehr gut mit Therapien behandelt werden.
ADA Journal: Was kann zu dieser Störung führen?
Mag. Spacek: Als Ursachen kommen außer Nebenwirkungen von Medikamenten zahlreiche andere Faktoren in Frage:
- Blutgefäßerkrankungen
- Diabetes mellitus
- Rückenmarksverletzungen und -erkrankungen
- Radikale Tumoroperationen im Beckenbereich
- Medikamente
- Drogen
Naheliegend ist, dass Medikamente, die in den Sexualhormonhaushalt eingreifen, eine ED verursachen können. Finasterid, ein Wirkstoff, der zur Therapie bei vergrößerter Prostata eingesetzt wird, oder Anabolika zum Muskelaufbau sind bekannte Beispiele solcher Medikamente.
ADA Journal: Haben auch Blutdrucksenker Einfluss?
Mag. Spacek: Arzneimittel, die Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem haben, sind häufig ursächlich für die ED: Blutdrucksenker verringern die Durchblutung im Penis, was zu einer ED führen kann. Diese Medikamente werden bei Erkrankungen verordnet, die mit Gefäßschäden einhergehen. Oft lässt sich daher schwer beurteilen, ob das Medikament oder die Gefäßschäden die Impotenz verursachen. Auch harntreibende Medikamente, Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen sowie Cholesterinsenker sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert.
ADA Journal: Wie ist das mit Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln?
Mag. Spacek: Arzneien für Psyche und Gehirn, wie Antidepressiva, Anti-epileptika, Beruhigungs- und Schlafmittel können auch eine ED auslösen. Innerhalb der Wirkstoffgruppen gibt es erhebliche Unterschiede, wie weit sich die Nebenwirkungen auf die Erektion auswirken. Bestimmte Schmerzmittel und Kortison hemmen die körpereigene Produktion von Prostaglandinen (Botenstoffe bei Schmerz- und Entzündungsreaktionen), sind aber auch an der Erektion beteiligt. Zusätzlich können Kortisonpräparate auch die Abgabe von Testosteron ins Blut unterdrücken.

Foto: © Andraschko
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