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Jopi Heesters ist doch auch steinalt geworden!Macht‘s nur weiter!
Sie können das Risiko nutzen, als RaucherInnen zuckerkrank zu werden. Oder sich zum Aufhören motivieren lassen und länger leben.
Da zünd‘ ich mir ein kleines Zigaretterl an. Eine Hommage an den blauen Dunst vom Vergnügungsraucher Johannes Heesters, der bekanntlich noch weit jenseits der hundert Lenze schmaucht. Rauchen beschert ein langes Leben, könnte man also meinen, wenn man an den Operettenururopa und sein Mittel gegen Seelenleid denkt: „Was tät‘ das arme Herz, wenn es nicht hätte das süße Gift, ein kleines bisserl Nikotin.“
RaucherInnen bekommen Lungenkrebs, Herz- und Hirnschlag, aber doch wohl nicht alle, und seinen ganz persönlichen Diabetes kriegt man auch nicht unbedingt, nur weil man raucht. Jeder nennt uralte Bekannte und Bekanntenbekannte, die ihr ganzes Leben… Man kennt das.
Drei Mal schlimmer
Professionelle RaucherInnen wissen immer, warum es gerade sie sicher nicht treffen wird und dass schließlich jeder einmal sterben muss. Bei diesen ZeitgenossInnen ist vielleicht Hopfen und Malz verloren; auch wenn sich rundherum die Welt Richtung Abstinenz verändert hat.
Nikotin bindet vor allem an spezielle Nervenrezeptoren im Hirnstamm. Dadurch wird der Glücksgefühl erzeugende Botenstoff Dopamin freigesetzt.
Diabetesspezialist Dr. Helmut Brath von der Diabetesambulanz des Gesundheitszentrums Wien-Süd weiß, dass RaucherInnen ein gut dreifach höheres Risiko mit sich herumtragen, an Diabetes zu erkranken, besonders wenn sie früh zu rauchen begonnen haben. Frauen, Jüngere und familiär Vorbelastete sind besonders gefährdet. Aber das ist jedem zweiten Raucher gleichgültig, liest Brath aus der Statistik. „DiabetesberaterInnen sollten bei diesen Menschen nicht den Mut verlieren und einige Zeit später wieder versuchen, ein Umdenken herbeizuführen.“ RaucherInnen, die das Risiko kennen, aber den inneren Schweinehund noch nicht überwinden können, werden von den DiabetesberaterInnen Verständnis hören und auch ein wenig über die Vorteile des Nichtrauchens: „Du kannst es schaffen!“ In Österreich wollen derzeit 18 % der RaucherInnen den Glimmstängel loswerden.
Blind in den Abgrund
Für das allerletzte endgültige Ausdämpfen ist es niemals zu früh, sagt Dr. Helmut Brath: „Je länger jemand raucht, desto mehr Schäden verursacht die Zigarette.“ Und erinnert auch an die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall: „Folgekrankheiten und Lebensgefahr werden drei Mal wahrscheinlicher als bei NichtraucherInnen.“
Als wäre die Zuckerkrankheit selbst nicht schon schlimm genug. Diabetesspezialist Brath: „Raucher neigen auch stärker zu diabetischen Nieren- und Augenkrankheiten.“ Dass sich verschiedene Krebsleiden aus dem wohlschmeckenden Qualm entwickeln, ist ohnedies kein Geheimnis, schreckt Powerraucher aber offensichtlich nicht ab, „weil es sie ja nicht trifft…“.
Die Chance lebt
Fürs Aufhören gibt es Hilfe, sagt Dr. Brath:
- Körperliche Abhängigkeit lässt sich durch Medikamente bekämpfen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt hierzu beraten!
- Dem gewohnheitsmäßigen Griff zum Zigaretterl lässt sich durch gezieltes Bewusstmachen und damit Verhaltensänderungen begegnen.
- Rauchen kann schwach antidepressiv wirken – psychische Schwierigkeiten sollte man aber besser gefahrloser und effektiver behandeln.
- Soziale Faktoren in der Partnerschaft und am Arbeitsplatz sind leider ein guter Nährboden fürs Weiterrauchen. Rauchstopp zeigt hier die besondere Stärke einer Person.
Richard Andraschko
Einige Fakten zu Rauchen und Diabetes
- 1,2 Milliarden Raucher weltweit, ca. 500 Millionen davon sterben vorzeitig an Ihrer Gewohnheit
- Rauchen reduziert die mittlere Lebenserwartung um 12,1 Jahre
- Ca. 10 % aller Todesfälle im Erwachsenenalter lassen sich auf das Rauchen zurückführen
- Ca. 6 Millionen sterben jährlich am Rauchen und Passivrauchen
- 10.000 – 14.000 Todesfälle pro Jahr davon in Österreich
- 700 Millionen Kinder müssen rauchverschmutzte Luft einatmen
Ein kleiner Tipp zum Schluss:
Wenn Sie derzeit noch nicht ganz aufhören können oder wollen, versprechen Sie (sich), dass Sie zwischen Denken an die Zigarette und Anrauchen fünf Minuten vergehen lassen (Kontrolle mit Uhr).
Rauchertelefon: 0810 810 013 (zum Ortstarif)
E-Mail: info@rauchertelefon.at
Web:
www.rauchertelefon.at
Hier ein paar Links zum Thema:
www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/raucherentwoehnung-angebote.html
www.raucherberatungsprogramm.at
www.diabetesberater.at

Foto: © Koch