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Es geht auch anders

Komplement

Viele Zubereitungen aus der Apotheke ergänzen orale und injizierte Antidiabetika mit sehr guten Erfolgen.

Die meisten DiabetikerInnen sind von ihren ÄrztInnen gut mit Medikamenten eingestellt. Macht es da Sinn, sich von dem reichhaltigen zusätzlichen Angebot verführen zu lassen? Da Diabetes eine schwere Stoffwechsel-erkrankung ist, darf man die Langzeitkomplikationen und Folgeerscheinungen nicht unterschätzen, deshalb sollten gerade Sie auf Ihre Gesundheit achten, wofür die komplementäre Medizin eine ganze Reihe wichtiger Impulse bietet.

Tees: Bohnenschalentee wird schon seit Jahrhunderten unterstützend bei Diabetes angewendet. Etwa ein Esslöffel samenfreier, getrockneter Gartenbohnenhülsen wird mit Wasser (ca. 150 ml) kurz aufgekocht und durch ein Teesieb gegeben. Man trinkt zwei bis drei Mal täglich eine Tasse. In letzter Zeit wird der Tee aus Momordica charantia (Bittergurke) verstärkt verwendet. Diese aus den Tropen stammende Pflanze soll einen positiven Effekt auf den Zuckerstoffwechsel haben.

Homöopathie: Homöopathische Einzelmittel können schulmedizinische Behandlungsverfahren insbesondere bei Komplikationen unterstützen:
Secale cornutum hat sich als günstig bei diabetischen Angiopathien herausgestellt, Datisca hat einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel. Nützlich sind oft passende Konstitutionsmittel wie Natrium sulfuricum und Lycopodium bei Leberkranken. Bei alten Schlemmern, die sich nicht an die Diät halten, kann man zusätzlich Nux vomica oder Arsenicum verabreichen.

Schüßler Salze: Es empfiehlt sich eine Mischung aus Kalium sulfuricum – Nr. 6, Natrium sulfuricum – Nr. 10 und ergänzend Zincum chloratum – Nr. 21.
Nr. 6 gilt als Betriebsstoff der Bauchspeicheldrüse, ist wichtig für die Langerhans‘schen Inseln zur Insulinproduktion. Dosierung: 10-20. Nr. 10 dient dem Körper dazu, Schlacken und Giftstoffe loszuwerden und reguliert dadurch den Zuckerhaushalt. Dosierung: 10-20.
Nr. 21 ist Bestandteil vieler Enzyme und Gewebesäfte. Dosierung: 5-10.

Zimt: Als gut dokumentierter Klassiker gilt mittlerweile Zimt, der vielen DiabetikerInnen hilft, die negativen Auswirkungen starker Blutzuckerschwankungen in den Griff zu bekommen. Zimt wird in der Ayurvedischen Medizin schon seit Jahrtausenden erfolgreich angewendet, auch die Heilige Hildegard von Bingen verwendete Zimt. Er verstärkt die Insulinwirkung und hat auch einen positiven Effekt auf Blutfett- und Cholesterinwerte. Am besten nimmt man 1 bis 5 g Zimt täglich zu den Mahlzeiten ein (gibt es natürlich auch als Kapseln).

Vitamine und Mineralstoffe: Bei DiabetikerInnen können durch die Verzuckerung von Eiweiß Zellschäden entstehen. Vitamin C in Kombination mit Vitamin E hemmt diesen Vorgang. Allgemein kommt es durch die krankhafte Stoffwechsellage zur verstärkten Bildung freier Radikale, andererseits zu einem erhöhten Verlust von Vitalstoffen. Als Basistherapie empfiehlt sich ein gutes Multivitaminpräparat, das sehr schnell zu einer deutlichen Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit führt. Orale Antidiabetika hemmen die Aufnahme von Vitamin B12 und verringern die Wirkung des Coenzyms Q10. Vitamine der B-Gruppe regulieren den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel und sind essenziell für das periphere Nervensystem. Vitamin B12 hat auch eine gute Wirkung bei Polyneuropathien. Chrom verbessert deutlich die Insulinwirkung und Glucosetoleranz. Es senkt die Blutfettwerte und unterstützt bei der Gewichtsreduktion. Zink ist wichtig bei Wundheilungsstörungen. Es kann die Abheilung chronischer Wunden beschleunigen. Vitamin C hilft, die Augenlinse vor freien Radikalen zu schützen. Es hemmt die Verzuckerung von Eiweiß und ist ein sehr potentes Antioxidans.

TEM (Traditionelle europäische Medizin):
Ahorn hat einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel und bewirkt über eine Beeinflussung der Gallenwege auch eine Verminderung des Cholesterinspiegels.
Traditionell werden auch Braunwurz und Goldchrysantheme in Kombination mit Betafit und Uraninit (beide aus der Lithotherapie) angewendet. Man nimmt dabei je 15 Tropfen möglichst vor dem Essen direkt auf die Zunge ein.

Diät: Ein wichtiges Thema, vor allem für Typ 2 Diabetiker, ist immer auch die Gewichtsreduktion. Doch es ist nicht immer leicht, die Kalorien zu reduzieren und vermehrt Sport zu betreiben. Achten Sie vor allem auf die Reduktion von Fett in der Nahrung! Da Fett doppelt so viele Kalorien enthält wie Kohlenhydrate oder Eiweiß, kann das entscheidend zum Gelingen beitragen.
Seit einiger Zeit ist ein Präparat im Handel, das speziell diesen Punkt unterstützt: Orlistat bindet das von der Nahrung zugeführte Fett, und es wird unverdaut ausgeschieden. Das kann natürlich zu Nebenwirkungen wie Fettstühlen führen. Fragen Sie am besten ihren Arzt, ob es für sie geeignet wäre! Gerade bei Heißhungerattacken haben sich homöopathische Tropfen bewährt (Fragen Sie Ihren Apotheker!).

Zur Stoffwechselunterstützung bieten sich Schüßlersalze an, bei Lust auf Süßes die Nr. 9, bei Schokoladegier die Nr. 7 und bei Nüssen die Nummer 5. Zur Entschlackung und Entspannung gibt es natürlich auch geeignete Basenbäder.

Foto: © privat

Mag. Cornelia Pohn
Ennsleitenapotheke
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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 31.10.2011 - 17:53 Uhr

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