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Bericht des Obmanns bei der Generalversammlung 2006

Bericht über das Jahr 2005/2006

Verein einerseits, allgemeine Lage andererseits:

Unser Verein hat in den letzten Jahren immer ziemlich gleichbleibende Mitgliederzahlen.

Wir werben eifrig nach Neuen Mitgliedern, geben neue Anmeldekarten aus, hoffen, dass diese überall aufliegen, und bekommen auch über unsere Internetseite neue Mitglieder – aber, so viel wir auch uns bemühen, wir sind jetzt in eine Alterssituation hineingewachsen, in der viele Zeitungen zurückkommen mit dem Vermerk „verzogen“ oder „verstorben“. Die Anzahl schwankt zwischen 5- und 6.000 Mitgliedern, mit oder ohne Karteileichen.

Es kommen aber immer mehr Gruppen und wir haben jetzt auch keine Scheu, in jedem österreichischen Bundesland auf Wünsche einzugehen, die von Mitgliedern kommen, die eine eigene Gruppe installieren wollen.

Die Aktion, bei welcher wir uns nach Westösterreich ausgebreitet haben und die uns durch die großzügige Unterstützung durch die Pfizer Foundation, New York, möglich gemacht wurde, hat in diese Bemühungen viel Schwung gebracht, so dass wir nun als eine österreichweit arbeitende Selbsthilfegruppe dastehen.

Unser neues Büro haben Sie sich ansehen können. Ich hoffe, dass dies viel zu einer zügigen Arbeit unserer Gruppe beitragen kann. Für mich persönlich ist es eine große Erleichterung, denn der Computer in unserem Schlafzimmer hat zwar keine Wegzeiten bereitet, war aber eigentlich lästig. Und hier, in diesem Büro, ist es auch viel leichter, Großeinsätze mit vielen Hilfskräften zu organisieren, wenn es einmal gilt, Sondernummern, etc. zu drucken und zur Post zu bringen.
Brigitte und Kurt Welz sollten wir herzlichen Dank dafür sagen.

Personell habe ich größere Veränderungen vorzuschlagen. Zuerst allerdings müssen wir uns herzlichst bei Ingrid Cemper für Ihre Mitarbeit im Vorstand, für den Aufbau der Pumpengruppe und für viele andere Sondereinsätze bedanken. Ihr wurde eine gute Möglichkeit im Rahmen der Firma Roche angeboten, die sie eigentlich nicht ausschlagen durfte, auch wenn dadurch eine Vorstandsfunktion nicht mehr möglich war.

Unser Vorstand muss dringend vergrößert werde und es war nicht leicht, die richtigen Persönlichkeiten dafür zu finden und von diesen ein ja zur Mitarbeit zu hören. Genaueres, wenn ich unseren Vorschlag näher vorstelle.

Unsere einzelnen monatlichen Gesprächsrunden sind dass Werkzeug, mit dem wir am besten Kontakt zu den einzelnen Mitgliedern aufbauen und halten können. Immer wieder muss ein Vortragender gesucht und gefunden werden, der gratis ein Thema bringt, das von Interesse für uns ist. Manchmal muss Peter Leeb oder ich einspringen, wenn unerwartete Absagen uns dazu zwingen.

Ob es nun eine Wanderung mit Pfarrer und dem Arzt des Ortes ist, in der beginnenden Nacht eine Stunde lang in sehr raschem Tempo auf den nächsten Berg, ob es gemütlich durch die Weingärten geht (besonders jetzt, wenn die Trauben reif sind); ob nur eine Gesprächsrunde angesagt ist, oder ein Vortrag – immer gibt es dabei die Möglichkeit, über seine Probleme, etc. zu sprechen und dazuzulernen.

Ich persönlich war über die Entwicklung dieser Treffen in Wien einerseits enttäuscht, andererseits sehr zufrieden: zufrieden, weil immer mehr Möglichkeiten sich in Wien anbieten: von der Pumpengruppe und den Gesprächskreisen für die Eltern oder die Jugend bis zum gutbesuchten Stammtisch jeden Montag, wo oft mehr als 40 Diabetiker die Gesellschaft und das gute Essen genießen, bis zu den Vorträgen und Gesprächsrunden in der Basena oder bei Gottfried im 10. Bezirk, die auch immer sehr gut besucht sind..
Bitter enttäuscht war ich allerdings, dass die Vorträge besonders markanter Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Diabetologie, von z.B. den Herren Prof. Waldhäusl oder Prof. Kunze, derart schlecht besucht waren, dass ich mich desswegen schämen musste und nur durch die gute Berichterstattung von Helga Grillmayr gerettet wurde.
Natürlich ist es klar: es passiert in Wien zu viel, und man kann ja nicht überall dabei sein. Aber ich für mich habe beschlossen, keine weiteren Vorträge anzubieten.
Allerdings wird ein Aktiver, eine Aktive gesucht, die die Leitung unserer Gruppe im 21. Bezirk, bei Firma Roche, in die Hand nimmt.

Wie jedes Jahr haben wir auch diesmal ein Schulungswochenende für unsere Aktiven abgehalten und es ist immer schade, wenn es nicht gelingt, alle zum Mitmachen zu bewegen.

Das Sommerlager unserer Jugend in Bad Ischl war ein voller Erfolg – es gab nicht einmal Meldungen über kleine Verletzungen oder größere Hypos – Lisi Reichart herzlichen Dank.

Zusammenfassend möchte ich melden: für viele unserer Aktiven ist die Arbeit selbstverständlich geworden, die Routine erleichtert diese Arbeit, und viele Gebiete haben dadurch ausgezeichnete Ansprechstellen für Diabetiker.

Die innere Organisation unserer Arbeit läuft klaglos. Ich möchte nochmals den finanziellen Grundsatz hervorheben, der uns ja auch das Spendengütesiegel jedes Jahr bringt:

  • wir verdienen nichts an unserer Arbeit für den Verein und für Diabetiker
  • wir dürfen aber auch keine eigenen Unkosten haben.

Brigitte und Kurt Welz helfen mir sehr dabei, denn sie haben die Buchhaltung übernommen. Peter Leeb sorgt dafür, dass kein Cent ohne ordentliche Begründung ausgegeben wird, und da nur ich die Überweisungen schreibe, haben wir also nicht ein Vieraugen-Kontrollsystem, sondern eine Sechs- oder Achtaugenkontrolle.

Ich darf an die erbitterte Diskussion erinnern, die vor einigen Jahren in dieser Generalversammlung darüber abgehalten wurde, ob wir Vereinsmitglieder als Rechnungsprüfer einsetzen sollen oder ob wir damit Steuerberater / Wirtschaftsprüfer beauftragen sollen. Im neuen Vereinsgesetz ist nun festgeschrieben, dass solche Rechnungsprüfer mit ihrem gesamten Vermögen – so wie der Vorstand – haften und viele Vereinsberater raten den Gruppen, sich der beruflichen Prüfer zu bedienen, besonders, weil diese ja auch versichert sind.

In der gesamtpolitischen Arbeit sind wir in der Plattform (Ärzte + DiabetesberaterInnen + SH-Gruppen) und in der ARGE Diabetes (alle SH-Gruppen für Diabetes) vertreten, besuchen unsere Abgeordneten die Kongresse der Diabetologen und arbeiten mit, wo man uns ruft.

Und nun zur gesamtösterreichischen Therapieentwicklung:

  • es gibt viele Fortschritte, besonders in Planungen und Konzepten
  • es gibt eine hervorragende Arbeit in Oberösterreich, wo einige niedergelassene Ärzte nachweisen konnten, dass gute Führung von Diabetespatienten um € 800.- /Kopf/Jahr billiger kommt im Vergleich zu Standardpatienten (Google: DIALA)
  • es gibt ein erstes Modell in der Steiermark und ein Sprecher der dortigen Hausärzte wird uns am Infotag über Erwartungen, Erfolge, etc. berichten
  • es gibt zaghafte Ansätze, DMP-Programme zu beginnen, in vielen Bundesländern
  • es gibt aber immer noch keine Schulung am Beginn einer Therapie
  • es gibt noch nicht das zu fordernde Stufenmodell
  • von Bewegung als Hauptbestandteil einer Behandlung weiß eigentlich noch kein Patient etwas, sich bewegen ist sowieso bei den meisten zu viel verlangt,
  • und die Tatsache, dass ein Diabetiker, eine Diabetikerin mit einem gesicherten Arbeitsplatz während ihrer Dienstzeit zu keiner Behandlung, zu keiner Schulung geht, um den Arbeitsplatz nicht zu gefährden, wird immer noch nicht berücksichtigt.

Es bleibt uns daher nur, auf die zukünftige Entwicklung zu warten, und in Gebieten, wo es die so seltenen wirklich guten Diabetesärzte gibt, auf die Zweiklassenmedizin zurückzugreifen und uns gute Führung – so wie ja auch das Service für unser Auto – einfach zu kaufen. Die Meldung, wo dies möglich ist, sollte unsere Aufgabe sein.

Im kommenden Jahr wollen wir erreichen, dass immer mehr Gruppen ermutigt werden, die Arbeit in unserem Rahmen aufzunehmen. In diesem Jahr waren es Gruppen in

  • Steyr (Sylvia Reichl)
  • Judenburg (Annegret Mraulak)

und es veränderten sich die Gruppen in

  • St. Andrä (von Josef Embacher zu Ritva Csitkovics)
  • St. Valentin (Mitarbeit von Robert Starkmann)

Durch die vermehrten Überlegungen, DMP (Disease Management Programme) einzuführen, z.B. in Wien im 10. und 14. Bezirk, in NÖ in weiten Bereichen nördlich der Donau, wird auch viel mehr Bewegung und Anforderung für verstärkte Mitarbeit auf uns zukommen.

Um politisches Gleichgewicht in unseren Arbeitsmöglichkeiten zu erhalten, hoffe ich, dass von den massgeblichen Parteien in den anderen Bundesländern ähnliche Angebote wie das Büro, in dem wir gerade sind, auf uns zukommen.

Zusammengefasst: bei allen Mitarbeitern sehe ich positive, gute Stimmung … und die sollte sich noch verstärken und auf viele andere übergreifen.

Die Wahl zum neuen Vorstand ergab folgendes:

Dr. Erich Wolfrum Obmann
Peter Leeb Finanzen
Lisi Reichart Jugend
Gottfried Bitiste Marketing, Aussen/PR
Artur Walter Sport
Kurt Welz Bewegung/Jugend
Franz Gloesmann Gruppenaktivitäten
Ruth Stimmeder Mütterlichkeit man kann auch sagen “in charge for gender mainstreaming”
Gerda Thums interne Vorstandsadministration

Ehepartner, die fähig und bereit dazu sind, sollen gebeten werden, mitzuarbeiten.

Vorgelegt vom Obmann Dr. Erich Wolfrum

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