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Vermeiden ist insgesamt wichtig!Keine Gefäßschäden
Diabetes mellitus wird heute eigentlich als frühzeitiger generalisierter Gefäßschaden mit erhöhten Blutzuckerwerten gesehen.

Grafik: Pichler
Der Zusammenhang zwischen hohen Blutzuckerwerten und einem steigenden Risiko für Gefäßkrankheiten ist mittlerweile eindeutig belegt. Generell sind die Gefäße der Diabetespatienten ihrem realen Alter um 15 Jahre voraus. Steigt der Langzeitzuckerwert (HbA1c) um 1% so erhöht dies das Risiko an koronarer Herzkrankheit oder an einem Schlaganfall zu erkranken um 18%.
Allgemein erfolgt eine Unterteilung in Schäden der großen und kleinen Gefäße. Unter „große Gefäße“ werden die Herzkranzgefäße, die Beingefäße und die Halsschlagadern verstanden, die kleinen Gefäße sind für die Versorgung der Netzhaut, der Niere und der Nerven verantwortlich.
Zur Vermeidung jeglicher Gefäßkomplikationen ist eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und dem behandelnden Arzt unbedingt notwendig.
Die moderne, optimierte Diabetestherapie sollte neben den Blutzuckerwerten, immer auch die Blutfett- und die Blutdruckwerte umfassen.
Auf Werte Wert legen
Im Rahmen der Therapie sollte ein Langzeitzuckerwert (HbA1c) zwischen 6,5% und 7,0% angestrebt werden. Der Nüchternblutzucker sollte im Bereich von 110 mg/dl liegen, 2 Stunden nach dem Essen unter 135 mg/dl. Neben optimalen Blutzuckerwerten muss das LDL-Cholesterin, das „böse Cholesterin“, unter 100 mg/dl gehalten werden. Der Blutdruck sollte den aktuellen Empfehlungen entsprechend 130/80 mmHg nicht übersteigen.
Diese Therapieziele sollten alle 3 Monate mit dem praktischen Arzt und mindestens einmal jährlich mit einem Spezialisten besprochen werden. Einmal im Jahr ist außerdem ein Elektrokardiogramm (EKG) anzufertigen, da aufgrund des diabetischen Nervenschadens eine reduzierte Durchblutung der Herzkranzgefäße nicht immer schmerzhaft ist und somit vom Patienten oft nicht bemerkt wird. Weiters sollte einmal jährlich die Eiweißausscheidung gemessen werden. Diese ist einerseits Screening für den diabetischen Nierenschaden und andererseits ein Risikomarker für die generalisierte Gefäßkrankheit. Regelmäßige Selbstkontrolle – vor allem der Füße – sollte eine Selbstverständlichkeit sein!
Bei plötzlichem Leistungsabfall, Kurzatmigkeit bei geringeren Belastungen oder Schmerzen im Bereich der Brust sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden. Nicht schmerzhaft aber nicht minder gefährlich ist der diabetische Netzhautschaden, jährlich sind Kontrollen beim Augenarzt zu empfehlen. Gerade in den Anfangsstadien ist eine Therapie beispielsweise mit Laser besonders erfolgreich.
Jeder Patient muss über mögliche Symptome der Spätkomplikationen Bescheid wissen und sollte bei deren Auftreten sofort den Arzt aufsuchen. Treten Komplikationen auf, können diese besonders in den frühen Stadien effektiv behandelt werden.

Foto: © Privat
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