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Die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie

Dauerschmerzen

Nervenschädigungen durch Diabetes können leider nicht geheilt werden, aber es gibt immer bessere Therapiemöglichkeiten, die den Dauerschmerz zumindest lindern können.

Die diabetische Polyneuropathie hat zwei Formen. Häufig treten Empfindungsstörungen auf wie zum Beispiel Gefühlsstörungen für Wärme und Berührung sowie Missempfindungen. Gelegentlich können aber auch Schmerzen damit verbunden sein. Dies nennt man dann eine schmerzhafte Polyneuropathie. Die Schmerzen werden oft wie ein Brennen beschrieben, nehmen bei Wärme (z.B. unter der Bettdecke oder in Schuhen) zu und können auch noch mit Berührungsschmerzen einhergehen. Gerade die Berührungsschmerzen sind unangenehm und zum Teil nicht auf die Füße beschränkt, sondern fleckförmig über Füße oder Knöchel und Unterschenkel verteilt.

Gegen Neuropathien gibt es zur Zeit keine Heilung. Umso wichtiger ist es für viele Diabetiker, Bescheid zu wissen über den Gesundheitszustand Ihrer Fußnerven. Die herkömmliche Nervenleitgeschwindigkeit kann keine Aussage darüber treffen. Sie weist erst spät erhebliche Nervenschäden nach.

Frühschäden früh sehen

Frühschäden und Verläufe geringer Nervenstörungen können nur mit der thermischen quantitativen sensorischen Testung (QST) untersucht werden. Besonders wenn Schmerzen auftreten, wird daher die QST angeraten, auch zur jährlichen Verlaufskontrolle.
Die Behandlung des neuropathischen Schmerzes unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von jener herkömmlicher Schmerzen. Die klassischen, nicht-steroidalen Antirheumatika sind wirkungslos. Nervenmedikamente und Opioide haben einen herausragenden Stellenwert. Entsprechend behutsam und auch zeitintensiv ist die Suche nach dem jeweils wirksamen und verträglichen Medikament.

nicht heil- aber behandelbar

Als Medikamente stehen Antikonvulsiva, Opioide und Antidepressiva zur Verfügung. Große kontrollierte Studien belegen, dass alle drei Medikamentengruppen bei neuropathischem Schmerz wirksam sind. Jedoch weisen auch alle drei Gruppen eine ähnliche Rate an Therapieversagern auf, sodass ungefähr nur jeder zweite bis dritte Patient überhaupt deutlich auf die Behandlung anspricht. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist das individuelle Ansprechen.

Es zählt zur besonderen Herausforderung bei der Behandlung des neuropathischen Schmerzes, die Patienten herauszufinden, die auf das jeweilige Medikament gut ansprechen.

oberflächlich betrachtet

Außerdem stehen auch topische, also oberflächlich aufgebrachte, Medikamente zu Auswahl. So kommt Capsaicin als Salbe zur Anwendung. Capsaicin ist das Extrakt aus der roten Pfefferschote, das die schmerzleitenden C-Fasern erregt und nach mehrtägiger Behandlung in ihrer Funktion dämpft. Capsaicin wird als 0,025 – 0,075% Salbe in der Apotheke zubereitet und täglich mehrfach auf die schmerzhaften Areale aufgebracht.

International gibt es gute Erfahrung mit dem Lidocain-Pflaster (Versatis®). Nach eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen sprechen Berührungsschmerzen besonders gut auf das Lidocain-Pflaster an. Für die diabetische Polyneuropathie ist das gut verträgliche Pflaster zwar nicht zugelassen, aber im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie kann derzeit über drei Monate diese Behandlung bei diabetischen Neuropathie-Schmerzen kostenlos getestet werden.

Kontaktieren Sie mich!

Weitere Informationen zur quantitativen sensorischen Testung und zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Untersuchung mit dem Lidocain-Pflaster erhalten Sie im Wilhelminenspital der Stadt Wien, Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin – entweder per Telefon 01 / 49150 4014 oder per E-Mail unter wil.schmerzambulanz@wienkav.at, Betreff: „Schmerzdiagnostik“. Kontaktieren Sie uns – zu Ihrem Wohl!

Foto: © Privat

Prim Univ.-Prof. Dr. Burkhard Gustorff, DEAA
Vorstand der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin, Wilhelminenspital der Stadt Wien

1160 Wien, Montleartstr. 37

Telefon: 01 / 49150 4014
E-Mail: wil.schmerzambulanz@wienkav.at



Erfahrungsberichte zeigen Erfolge zu Beginn einer Neuropathie

Ganz am Anfang scheinen sich unsere Nerven noch beruhigen zu lassen. Nötig dazu ist ein erfahrener Diabetesarzt, dem es gelingt, die Therapie aufzubauen wie bei einer werdenden Mutter: mit strikter, gut motivierender, beinharter Zuckerkontrolle, einem HbA1c von 6 % und unter Vermeidung aller Zuckerspitzen nach dem Essen. Dazu viel Muskelarbeit mit den Beinen.
Als Diabetiker müssen wir Folgeschäden so früh wie möglich zu vermeiden versuchen. Neuropathie ist nur einer davon. Die nötige Disziplin und Belastung im Leben ist schwer – der Erfolg aber spricht dafür. Das zeigt die Erfahrung!

Gerne gebe ich weitere Auskunft und teile Erfahrungen mit Ihnen!
Dr. Erich Wolfrum, Telefon:01 / 587 68 94




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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien