Logo der Aktiven Diabetiker Austria

Mittersteig 4/21, A 1050 Wien
Telefon & Fax: 01/587 68 94


Artikelanfang:

„…mein Gott – nicht schon wieder!!!“ oder:

Alle Jahre wieder...

…wird der „Therapie Aktiv, Diabetes im Griff DMP-Vertrag“ der NÖ Ärztekammer mit der NÖGKK seitens des Ärztekammerpräsidenten Dr. Christoph Reisner gekündigt.

Schon im Vorjahr 2011, als ebenfalls ein vertragsloser Zustand die Arbeit der Diabetes-Ärzte erschwerte, hatte ich einen regen E-Mail-Verkehr mit dem Herrn Präsidenten der NÖ Ärztekammer, besonders im Hinblick auf seine seinerzeitige Äußerung: „Die Nachschulung der Ärzte über Diabetes ist unnötig“ .
Nun, mitnichten, Herr Präsident! Wenn Sie die Diabetestherapien vor dreißig Jahren mit den heutigen vergleichen, müsste Ihnen auch als Orthopäde einiges klar werden!

Weiterbildung MUSS sein!

Oder können Sie ohne zu googeln sagen, wann die Schlacht im Teutoburger Wald war?! – Haben Sie doch sicher gelernt! Oder: Wie lautet der Pythagoreische Lehrsatz? Haben wir doch auch alle gelernt.
Also, wir wissen und lernen viel, aber es verliert sich im Laufe der Jahre, wenn man nicht permanent damit befasst ist.
So lernt auch jeder Mediziner etwas über Diabetes im Studium und als Turnusarzt, aber wie rasch entwickeln sich die bezüglichen Therapien, Medikamente und Studien weiter? Also ist es absolut wichtig, den Therapie-Aktiv Ärzten eine entsprechende Fortbildung angedeihen zu lassen.

Ihre neuerlichen Argumente betreffend die Kündigung:

a) „Kein medizinischer Nutzen“
b) „Zuwenig Interesse der Ärzte und Patienten“
c) “Gute Behandlung der Diabetes-Patienten auch ohne Projekt“
d) “Bürokratisierung und Zugangsbeschränkung für Patienten“
Dazu meine Meinung: a), b), c) von Nonsens bis stimmt nicht.
Zu d) Ich würde auch die NÖGKK etwas ins Rampenlicht holen. Derzeitiger Stand: Wenn ich mit meinem Diabetes bei einem Therapie-Aktiv Arzt in Behandlung bin, der zwei Ortschaften entfernt ist, und ich im selben Quartal eine Grippe bekomme, muss ich zu meinem Diabetes-Arzt in 15 km Entfernung fahren und kann nicht zu meinem Hausarzt im Ort, weil beide niedergelassene praktische Ärzte sind! Da müsste sich schon etwas bewegen!
Auch über eine „Kennzeichnung“ der Therapie-Aktiv Ärzte durch ein Zusatzschild, einen Kleber, etc. auf der Ordinationstafel sollte man nachdenken!

Gehts wirklich ums Geld??

Aber nun sollte man in erster Linie über die Zusammenarbeit der Ärztekammer und der NÖGKK sprechen, oder ist die Vernachlässigung der Spätfolgen bei Dia-betes und deren Behandlung wie z.B. Beinamputationen etc. billiger als eine ordentliche Therapie??

Wkfm. Gottfried Bitiste

NÖ Ärztekammer kündigt Disease Management Programm Diabetes Typ 2

Medizinischer Nutzen nicht nachweisbar – finanzielle Mittel dort einsetzen, wo sie definitiv Verbesserungen für Patienten bringen

Wien (OTS) – Die Kurienversammlung der NÖ Ärztekammer hat mit heutigem Tag mehrheitlich beschlossen, das Disease Management Programm für Altersdiabetes (Diabetes Mellitus Typ 2 – Therapie Aktiv) zum nächstmöglichen Termin Ende September zu kündigen.

„Die Evaluierung des Projektes hat genau das bestätigt, was alle verfügbaren Studien belegen: Es ist kein medizinischer Nutzen ableitbar“, so Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer.

Der Vorstand der NÖ Ärztekammer hatte bereits im Herbst 2009 entschieden, das Projekt zu beenden. Anschließende Gespräche mit NÖGUS und NÖGKK hatten jedoch zu Verbesserungen geführt, so dass im Frühjahr 2010 die Fortführung beschlossen werden konnte. „Diese Optimierungen waren jedoch nicht ausreichend, um das Interesse der Patienten- und Ärzteschaft an diesem Projekt zu steigern und medizinische Verbesserungen zu erwirken“, so MR Dr. Dietmar Baumgartner, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich.

90 Prozent der Ärzte versorgen 90 Prozent der Diabetiker ohne fix vorgegebene Behandlungspfade

Im Rahmen des Projektes wurde nur ein Bruchteil aller Diabetikerinnen und Diabetiker von ebenfalls einer Minderheit aller Ärztinnen und Ärzte betreut. „Wir haben intern lange diskutiert, ob wir dieses von Verwaltung geprägte Projekt weiterführen sollen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung im Sinne der Patientinnen und Patienten war jedoch eine Absage an die Tendenz zur Zerstückelung von Einzelfächern, wonach zukünftig nur noch so genannte „Spezialisten“ bestimmte, im ärztlichen Beruf elementare Behandlungen durchführen dürften, wenn sie nach den Vorgaben der politischen Führung vor allem in Bürokratie nachweislich zertifiziert geschult wurden“, so MR Dr. Baumgartner weiter.

Der Großteil der Diabetespatientinnen und -patienten wird und wurde auch ohne das DMP-Projekt von den Ärztinnen und Ärzten schon immer sehr gut und vor allem auf ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtet durch ihre Krankheit begleitet. „Die Forderung der Ärztekammer nach neuen Leistungen im Kassenvertrag dieses Krankheitsbild betreffend wurde hingegen ständig abgeblockt.“

Knappe finanzielle Mittel dort einsetzen, wo sie nachweisbar medizinischen Nutzen bringen

Gerade im hausärztlichen Bereich sollten die Ärztinnen und Ärzte aus Sicht von Präsident Dr. Reisner das anwenden dürfen, was zu den elementaren Grundlagen ihres Berufs gehört. „Dies gehört im Kassenvertrag verankert und nicht in einer als Qualitätssicherung getarnten Bürokratisierung und Zugangsbeschränkung für Patientinnen und Patienten.“ Diese „Checklistenmedizin“ hatte eine breite Ablehnung der Ärzteschaft zur Folge, obwohl für die Abwicklung sogar ein zusätzliches Honorar aus einem Topf abseits des Kassenvertrages gezahlt wurde.

„Und genau das können wir als Ärztekämmerer und auch als verantwortungsvolle Staatsbürger nicht unterstützen: Wenn Budgetmittel im Gesundheitssystem vorsätzlich für Verbürokratisierung ohne medizinischen Nutzen verwendet werden, dann führt das in letzter Konsequenz zur Verknappung des medizinischen Leistungsangebots.

Wir Ärztinnen und Ärzte in Niederösterreich stehen hingegen für medizinisch effiziente, von möglichst schlanker Verwaltung begleiteter Diabetesbehandlung für alle Patientinnen und Patienten durch alle Ärztinnen und Ärzte. Und daher erteilen wir dem DMP-Projekt eine Absage“, so MR Dr. Baumgartner abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS.

OTS0277 2012-09-19 17:48 191748 Sep 12 AEN0001 0487

Diskutieren Sie mit uns – sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema.
Auf Externer Linkwww.sweetfriends.at haben wir eine Diskussionsplattform hierfür geschaffen.




zurück zur Übersicht


ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 10.09.2013 - 10:15 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien