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Das Mittel, das wir zuerst erhalten

Metformin

Metformin ist das am längsten verwendete Antidiabetikum auf dem Markt. Grund genug, sich das Medikament einmal genauer anzusehen.

Metformin hat sich nun über Jahrzehnte bewährt. Die Übergewichtigen und Typ 2 Diabetiker werden, so wird dies auch in den Leitlinien der ÖDG dargestellt, damit zu allererst behandelt. Es kann Probleme am Anfang geben, Blähungen, Durchfall, metallischer Geschmack, daher nicht gleich mit der vollen Dosis beginnen, sondern einschleichend und zu den Mahlzeiten, bis die Tagesdosis von 1.000 bzw. 2.000 mg erreicht ist.

das „älteste“ Antidiabetikum

Insgesamt gibt es etwa 60 verschiedene Ausführungen, beginnend mit Glycophage, und auch fixe Kombinationen, z.B. mit Pioglitazon oder DPP4-Hemmern, die besonders wirksam zu sein scheinen.
Gegenanzeigen sind allerdings zu beachten: Patienten mit Herzschwäche, Nierenschwäche und Alkoholiker dürfen das Mittel nicht erhalten, damit die gefährliche Laktatacidose vermieden wird, die tödlich (bis 50 %) enden kann. Bei der Niere sollte die Kreatinin-Clearence nicht unter 60 ml/min liegen, bei geringeren Werten steigt die Acidose-Gefahr und der Patient ist engmaschiger zu kontrollieren.
Viele praktische Ärzte unterschätzen den Diabetes in seiner Schwere („Sie haben ein wenig Zucker“), aber diese Einstellung ist eigentlich vorbei. Bedenklich ist das Anwachsen von Typ 2 Diabetes bei Jugendlichen: Mögliche Ursachen sind Bewegungsarmut, Fast Food, auch Fruchtsäfte und andere Limonaden mit hohem Zuckergehalt.

Kombinationsmöglichkeiten

Wenn mit Metformin alleine das Ziel nicht erreicht wird, kann man dieses mit verschiedensten Medikamenten kombinieren, zwei oder drei Medikamente geben: mit Sulfonylharnstoffen, mit Gliniden, mit DPP4-Hemmern, mit Glitazon, Insulin oder GLP-1-Analoga, die man allerdings spritzen muss. Die Gabe von GLP-1-Analoga ist sehr wirksam, führt zu Gewichtsreduktion, wird aber zur Zeit noch nicht von den Krankenkassen bezahlt. Die Sulfonylharnstoffe, Glinide, Glitazone und auch Insulin führen zu Gewichtszunahme – Metformin ist gewichtsneutral, wie auch die DPP4-Inhibitoren, und dies ist ein großer Vorteil.

Vorteil: gewichtsneutral!

Bei Metformin ist die Gewichtsneutralität ein großer Vorteil, auch die viele Jahre andauernde Anwendung und der eintretende Schutz des Herzens (Reduktion von Herzinfarkt oder Schlaganfall). Man muss nur die Kontraindikationen beachten.

Drei Wirkungsmechanismen treten auf: Metformin hemmt die Glukoneogenese in der Leber, die Aufnahme von Kohlehydraten im Darm wird verzögert oder vermindert, und in der Peripherie, in den Muskel- und Fettzellen, ergibt sich eine erhöhte Insulinsensitivität (Verminderung oder Überwindung der Insulinresistenz).

Vorteil: keine Hypos!

Insgesamt ist Metformin eine bewährte Substanz, die Gegenanzeigen sind zu beachten, auch dass bei Operationen oder Kontrastmitteluntersuchungen 48 Stunden vorher das Mittel abzusetzen ist.
Ein weiterer Vorteil: Metformin macht keine Hypos.
Schließlich der Vorteil, dass Metformin mit vielen anderen Wirkstoffen kombiniert werden kann, entweder als kombiniertes Medikament, oder auch durch parallele Einnahme. Es hängt oft von der Erfahrung des einzelnen Arztes und von den Begleit-erkrankungen ab, welche Medikamenten-Kombination für den einzelnen Patienten von Vorteil ist, aber bei Beachtung aller Kontras bringt dies Erfolg.

Mag. Heinz Haberfeld Foto: © Österreichische Apotherkerkammer

Mag. Heinz Haberfeld
Präsident der NÖ Apotherkerkammer

E-Mail: heinz.haberfeld@apotheker.or.at
Web: Externer Linkwww.apothekebaden.at
Telefon: 02252/86 315




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 27.02.2013 - 15:15 Uhr

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