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Diabetes und Auge

Die ADA Gruppe Pottendorf empfing am 21. Feber Augenarzt Dr. Wilfried Obermayer zu einem Vortrag über „Diabetes und Auge“ – Ingrid Cemper berichtet.

Diabetes ist eine der häufigsten Zivilisationserkrankungen in Europa und Nordamerika. Die Veränderungen im Organismus, die langfristig durch erhöhte Blutglucosewerte entstehen, nehmen ihr Unheil durch Veränderungen der Blutgefäßwände: Diese werden undicht und schädigen so die umliegenden Gewebsbezirke des jeweiligen Versorgungsgebietes.

Beim Auge gibt es äußere wie innere Schäden durch diesen Mechanismus der Gefäßwandschädigung. Am vorderen Augenabschnitt sind es hauptsächlich Veränderungen des Tränenfilmes, gelbliche Ablagerungen an den Lidern und Gefäßneubildung an der Iris. Die Tränenfilmveränderung ist die häufigste und unangenehmste des vorderen Abschnittes. Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: Schleim, Wasser und Fetten. Durch verminderte Produktion der Fette bieten diese keinen Verdunstungsschutz mehr – in der Folge entsteht ein trockenes Auge. Brennen, sandkornartiges Kratzen und Fremdkörpergefühl sind die oft mehr als unangenehmen Probleme.

Gelbliche Ablagerungen an der Haut der Oberlider im Bereich der Nasenwurzel sind eher ein kosmetisches Problem, welches chirurgisch gelöst werden kann. Die Gefäßneubildung in der Iris hingegen ist Zeichen eines weit fortgeschrittenen Diabetes. Im Inneren des Auges kommt es zu rascherer Entstehung des Grauen Stares durch erhöhte Zuckerwerte. Seine Therapie ist die chirurgische Entfernung, die mittlerweile bereits auch schon mit dem Laser als Zusatzhilfe geschieht.

Im Zentrum der Netzhaut, der Makula, passiert durch Undichtheit der Netzhautgefäße eine Wasseransammlung, Ödem genannt. Dieser Wassersee gemeinsam mit Blut im Zentrum lässt die Sehleistung rapide sinken, das Blut kommt nicht an die Stelle, wo es hin soll. Durch den so entstehenden Sauerstoffmangel in den umliegenden Netzhautarealen des Zentrums bilden sich neue Gefäße. Der Organismus versucht dadurch, den Sauerstoffmangel zu kompensieren. Leider sind neue Gefäße erst recht undicht und noch mehr Blut gelangt ins Zentrum. Die Sehleistung wird noch schlechter.

Die Therapien gegen solche Netzhautereignisse sind der Argonlaser, der allerdings die Situation nicht bessert, sondern nur den Status quo erhält. Die richtige Konzentration der Glucose im Blut ist nach wie vor der beste Garant für gesund bleibendes Gewebe. Wenn aber der Netzhautschaden schon eingetreten ist, wird seit wenigen Jahren ein Mittel in den Glaskörper injiziert, welches das Gefäßwachstum hindert. So kann der Teufelskreis der Makulablutung durchbrochen werden. Diese Substanz, Lucentis oder Avastin, stoppt die Neubildung von Gefäßen und damit den Blutnachschub ins Zentrum. Wie so oft funktioniert dies aber nicht bei jedem gleich gut.
Kontrolliert wird dieser Prozess mit der Tomographie der Netzhaut (= OCT). Damit werden Diagnose, Verlauf und Erfolg wesentlich genauer dokumentiert als bisher. Die Gabe von Gefäßwachstumshemmern ist zur Zeit die effektivste Therapie gegen Netzhauterkrankungen durch Diabetes.

Die Vorsorge, also die regelmäßige Netzhautkontrolle beim Augenarzt, und die optimale Glucosekonzentration im Blut sind immer noch die besten Faktoren, um Erkrankungen der Netzhaut zu verhindern oder diese rechtzeitig abzufangen.

Dr. Wilfried Obermayer

Dr. Wilfried Obermayer
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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 26.06.2013 - 09:39 Uhr

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