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Diabetes Finanzamt Steuern

Viele Kosten, die uns durch den Diabetes entstehen, können von der Steuer abgesetzt werden!

Wer steuerpflichtig ist, kann seinen Obolus an den Staat verringern.
Was ist dafür nötig?
Zunächst brauchen Sie eine Bescheinigung des Bundessozialamtes über den Grad der Behinderung. Dazu rufen Sie den Referent im Finanzamt an wegen der Antragspapiere. Diese müssen Sie abholen und damit zum Bundessozialamt gehen, wo der Grad der Behinderung festgestellt wird. Keine Angst, für Finanzamt und Bundessozialamt besteht Schweigepflicht (Verkehrsamt erfährt es nicht)!
Diese Bescheinigung genügt einmal, ist beim Finanzamt zur Eintragung in den Finanzcomputer abzugeben und gilt dann jahrelang weiter.

Holen Sie sich zurück, was Ihnen zusteht.

Wo und wie Sie Ihre Behinderung in der jährlichen Einkommens- oder Lohnsteuererklärung geltend machen, sehen Sie in der unten stehenden Grafik.

Formular Steuererklärung Punkt 22, Außergewöhnliche Belastungen Bild 1
Formular Steuererklärung Punkt 22, Außergewöhnliche Belastungen Bild 2


Kosten:

sind Apothekengebühren, etc. Die Belege sammeln und 7 Jahre aufbewahren!
Diese nicht bei 730, sondern bei 476 eintragen.
Achtung: Bei erstmaligem Kontakt mit dem Finanzamt kann man die Steuererklärung für die 5 vorangegangenen Jahre einreichen, also bei der Bestätigung vom Bundessozialamt auch die Eintragung des Diabetes-Beginnes verlangen.

Außergewöhnliche Belastungen:

Freibetrag wegen eigener Behinderung bei 50%: € 243.-
Pauschbeträge nach der Verordnung über außergewöhnliche Belastungen wegen eigener Behinderung: € 840.-
Nachgewiesene Kosten der Heilbehandlung (Arzt, Medikamente) je nach Anfallen in 476 eintragen.

Bei einer Behinderung unter 50% ist ein Selbstbehalt zu entrichten, bei einer Behinderung über 50% werden die Kosten ohne Selbstbehalt anerkannt. Sollte bei Ihnen also ein Behinderungsgrad von über 50% festgestellt werden, berufen Sie gegen Ihre aktuelle Steuererklärung. Sollte diese Berufung erfolgreich sein, können Sie sich den Selbstbehalt, den Sie in den letzten 5 Jahren geleistet haben, ebenfalls zurückholen – Sagen Sie dem Finanzamt, Sie hätten sich beim Grad der Behinderung bisher geirrt und bitten um Richtigstellung.

Wer keine Steuern zahlt, kann sich auch nichts zurückholen. Dabei würden gerade diese Menschen jeden Cent dringend brauchen!

Und was ist mit jenen, die keine Steuern zahlen, weil ihr Jahreseinkommen zu gering ist?
Im Namen all jener möchte ich an unsere geschätzte Bundesregierung das höfliche Ersuchen richten, auch einmal an diejenigen zu denken, die durch ihre Krankheit schon genug belastet sind und ohnehin jeden Euro mehrmals umdrehen müssen!
Staatliche Ausgaben zugunsten dieser Menschen wären keine Verschwendung, sondern fließen umgehend in den Konsum und kurbeln so die Wirtschaft an. Aber leider haben Geringverdiener keine Lobby, um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
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