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Sicherheit geht vor! - Erläuterungen Teil 1

Sicherer Umgang mit dem eigenen PC wird immer wichtiger.
Aber was bedeutet eigentlich…?!

Wie jedes andere Wissensgebiet hat auch die Computerindustrie im Laufe ihrer Entwicklung eine eigene Fachsprache entwickelt. In dieser gibt es einen elementaren Wortschatzkasten, den ein Computeranwender zum besseren Verständnis kennen sollte. Wir beschränken uns bei der Erläuterung von Fachausdrücken bewusst auf die im letzten Artikel benutzten und wollen damit soviel Verständnis schaffen, dass jeder potenzielle Nutzer heutiger Endgeräte, ob Desktop PC, Laptop, Tablet oder Smart-Phone, ohne Schwellenängste einen einfachen und vor allem sicheren Umgang mit den elektronischen Helfern erlernen kann.

1. Jeder Computer hat ein Betriebssystem

Auf jedem Computer bildet das Betriebssystem die Schnittstelle zwischen der Hardware des Rechners und der Anwendungssoftware des Benutzers. Unter Hardware muss man sich die mechanische und elektronische Ausrüstung des Gerätes vorstellen und unter Software die ausführbaren Programme und deren dazugehörige Daten (digital erstellte und verwaltete Inhalte). Zur Hardware zählen z.B. der Prozessor (das Herz des Rechners, also mikroelektronische Schaltungen im Computer, die Befehle, also Software, ausführen), der Arbeitsspeicher und auch Peripheriegeräte wie z.B. ein Drucker oder externe Speicherplatten. Software bezeichnet die Gesamtheit der Programme zum Erstellen und Bearbeiten von Daten. Die gebräuchlichsten Betriebssysteme für derzeit am Markt befindliche PCs sind Microsoft Windows, Mac OS X von Apple und Linux (ein offenes Betriebssystem auf Basis freier Software). Bei den mobilen Kleincomputern (Tablets und Smartphones) dominieren die Betriebssysteme Android (auf Basis von Linux von Google entwickelt) und iOS von Apple. Wichtig ist, das Betriebssystem stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Dafür bieten alle aktuellen Betriebssystemversionen einen automatischen Updatemodus an, über den der Computer automatisch neue Updates installiert, sobald sie vom Hersteller im Internet zum Download bereitgestellt werden.

2. Anwendungssoftware am letzten Stand halten

Unter Software bzw. Anwendungssoftware wird jedes zusätzlich am Computer installierte Programm verstanden, das den Benutzer bei der Ausführung seiner Aufgaben unterstützt. Anwendungssoftware gibt es für verschiedene Betriebssysteme und für nahezu jede Anwendung. Will man eine kleine Einteilung vornehmen, dann kann man zwischen Büroprogrammen wie z.B. jene von Microsoft Office (Schreibprogramm „Word“, Kalkulationsprogramm „Excel“ und Präsentationsprogramm „Powerpoint“) oder OpenOffice, Kommunikationsprogrammen wie z.B. das E-Mail Programm „Mail“ von Apple, Grafik- und Zeichenprogrammen und Multimedia-Programmen (z.B. „Apple Quicktime Player“ zum Abspielen von Filmen) unterscheiden. Als privater Computer-Nutzer findet man mit der Standard-Software der großen Software-Erzeuger bestens sein Auslangen. Renommierte Hersteller und Entwickler reagieren rasch und in kurzen Abständen auf festgestellte Systemprobleme (Bugs) und bieten laufend Weiterentwicklungen und Aktualisierungen an, mit denen die entdeckten Fehler der letzten Version behoben werden. Anwendungssoftware sollte stets aktualisiert werden, um Sicherheitslücken, die Angreifer ausnutzen könnten, zu schließen. Die meisten Softwareanwendungen bieten dazu ebenfalls einen automatischen Updatemodus an.

3. Virenschutz ist ein Muss

Die „dunkle Seite“ des Internet hat sich in unseren Tagen längst zu einem kompletten Ökosystem, bestehend aus Hackern (Angreifern) entwickelt, die das World Wide Web für illegale Machenschaften nutzen. Eine der ältesten und häufigsten Bedrohungsformen stellen sogenannte Computerviren (auch „malware“, zusammengesetzt aus englisch „malicious“ für bösartig und „Software“) dar. Diese Schadprogramme verbreiten sich z.B. über den E-Mail-Versand, indem sie Kopien von sich selbst in andere Programme, Dokumente oder auf Speichermedien schreiben. Da diese Viren über das Internet direkt in andere Computer eindringen können, sollte sich jeder, der privat einen Computer verwendet und dabei auch im Internet unterwegs ist, vor unliebsamen Zugriffen auf seinen Rechner schützen und ein Virenschutzprogramm installieren. Auch Virenscanner müssen stets aktualisiert werden, um auf die neuesten Bedrohungen vorbereitet zu sein. Dazu bieten auch diese Programme heute automatische Aktualisierungsfunktionen an.

4. „Firewall“ – eingebautes Sicherungssystem

Eine „Firewall“ (übersetzt „Feuermauer“) ist eine Sicherheitsanwendung, die heute in allen modernen Betriebssystemen standardmäßig integriert ist. Sie soll verhindern, dass unautorisierte Zugriffe von außen (aus dem Internet) auf den eigenen Computer erfolgen können. Als Benutzer sollten Sie aber überprüfen, ob die Firewall auch in Betrieb ist. Nur dann ist ein Grundschutz gewährleistet. Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie eine Firewall arbeitet. Generell ist es damit möglich, zu definieren, welche Geräte von Außen über das Netzwerk auf den eigenen Computer zugreifen dürfen bzw. welche nicht. Standardmäßig integrierte Firewalls sind meist durch den Hersteller vorkonfiguriert. Darüber hinaus bieten sie auch Möglichkeiten, diese Konfiguration manuell zu ändern. Im Zweifelsfall sollte man sich jedoch von einem Fachmann (Hersteller, PC-Verkäufer) beraten lassen.

5. Passwörter – Schlüssel zu den eigenen Daten

Es gibt noch immer zahlreiche Anwender und Internet-Nutzer, die aus Bequemlichkeit oder im Sinne der besseren Merkbarkeit unsichere (einfache) Passwörter verwenden. Dazu zählen z.B. einfach zu erratende Namen von Personen oder Orten oder allgemein Wörter aus der alltäglichen Sprache (aus dem Wörterbuch). Ein sicheres Passwort sollte mindestens eine Länge von 10 bis 14 Zeichen haben und sich aus einer (scheinbar willkürlichen) Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben sowie aus Ziffern zusammensetzen. Beispielsweise kann man die Anfangsbuchstaben der Wörter eines Satzes mit persönlicher Bedeutung (keine berühmten Zitate o.ä.) verwenden, und dabei einzelne Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen ersetzen (z.B.: „Meine Schwester Manuela hat viele rote Haare und ein langes Gesicht“ wird zum Passwort „M5Mh4rHue!G“). Sehr ratsam ist außerdem, nicht dasselbe Passwort für alle Anwendungen zu verwenden – man sollte zumindest für unterschiedlich „wichtige“ Anwendungen andere Passwörter wählen (also z.B. fürs Telebanking ein anderes Passwort als für den E-Mail-Account und wieder ein anderes für ein Social Network oder eine Spieleseite). Um die Sicherheit der eigenen Daten aufrecht zu erhalten, sollten Passwörter in regelmäßigen Abständen geändert werden.

Teil 2 der Erläuterungen folgt im Juli 2014

Foto: © AIT

Helmut Leopold
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