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„Therapie Aktiv“ auf Erfolgskurs!

Eine sehr gut besuchte Pressekonferenz zeigte die Bemühungen von Dachverband (im Namen unserer Krankenkassen) und unseren Diabetesärzten, mehr Schwung in das DMP-Programm “Therapie Aktiv – Diabetes im Griff” zu bringen.

Dass sowohl wir Patienten als auch finanziell der Steuerzahler/Beitragszahler durch die Teilnahme an diesem Programm gewinnen, zeigt ausdrucksvoll eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Graz.

Die wissenschaftliche Evaluierung des DMP Programms „Therapie Aktiv“ zeigt eine deutliche Verbesserung der Versorgungssituation von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Die Lebensqualität der Diabetiker wird erhöht und die Mortalität sowie die Gesamtkosten können signifikant gesenkt werden.

Mittels einer retrospektiven Studie mit Kontrollgruppe und einer Beobachtungszeit von mindestens 4 Jahren wurde von der Medizinischen Universität Graz untersucht, ob die Versorgung von Diabetikern durch die Teilnahme am Programm verbessert und Spätfolgen sowie Komplikationen verringert werden können.

Die Ergebnisse zeigen, dass im Programm betreute Diabetiker bei allen Zielgrößen besser abschneiden als nicht teilnehmende Diabetiker. Teilnehmende Patienten verbringen durchschnittlich 2,3 Tage weniger im Spital, Schlaganfälle und Herzinfarkte treten um ca. 10 % weniger häuftig auf und auch die Mortalitätsrate ist um signifikante 35 % niedriger. Einzig die Arzteigenkosten sind bei nicht am Programm teilnehmenden Patienten um rund 11,5 % niedriger. Dies begründet sich in der regelmäßigen und umfassenden Betreuung der Patienten im Rahmen des Programms. Insgesamt fallen jedoch für Diabetiker im Programm 11 % weniger Kosten an (Details siehe Tabelle 1).

Dennoch viel zu geringe Teilnahme an “Therapie Aktiv”!

Es wurde den Vertretern der Presse die heutige Lage von „Therapie Aktiv“ erklärt, auf die viel zu geringe Teilnahme auf Seiten der Patienten, aber auch der Ärzte hingewiesen. Externer Linkwww.therapie-aktiv.at

Am 2.3.2015 waren 1.142 Ärzte am Programm beteiligt und diese betreuten 42.360 Patienten. Im Durchschnitt also pro Arzt rund 40 Patienten. Welche Ärzte beteiligt sind, kann jeder von uns in der oben erwähnten Homepage nachlesen. Gut wäre – wurde gesagt – natürlich, wenn der eigene Hausarzt angesprochen wird – denn wenn mehrere Anfragen in diesem Sinn kommen, entschliesst er sich vielleicht, auch teilzunehmen. Und die Angst der Ärzte, dass ihre Arbeit durch zu viel Büroarbeit nur behindert wird, wird durch immer besser werdende Computerprogramme zwischen Arzt und Krankenkasse aufgehoben. Auch verdient ein Arzt an dem Programm – dies wurde ausdrücklich betont.

Als schwierig wurde die Frage der Schulungen betont. Es war jedem Teilnehmer klar, dass Schulungen für ein Leben mit Diabetes zwingend notwendig sind. Und die Krankenkassen versprechen auch, dass jeder Teilnehmer an „Therapie Aktiv“ eine gute Schulung erhält – aber wie genau dies geschieht, bleibt unklar.

Aus unserer Sicht behindert den ungebremsten Zugang zu guten Schulungen und – wie betont wurde – auch zu immer wieder notwendigen Nachschulungen einerseits das vorhandene Abrechnungssystem, welches Schulungen nur ab einer gewissen Teilnehmeranzahl bezahlt, andererseits die Angst des Arztes, durch Weitergabe zu einem schulenden Arzt den Patienten zu verlieren, so dass es uns notwendig erscheint, Schulungen getrennt von den behandelnden Ärzten durchzuführen, diese jedoch über den Schulungsverlauf zu informieren.
Ärzte und Krankenkassen sind froh, durch den wissenschaftlichen Beweis, dass das Programm erfolgreich und kostengünstiger ist, eine Rechtfertigung für die vergangenen Anstrengungen zu haben, den Patienten kann ich jedoch nur nahelegen:
„Bitte nehmen Sie teil“. Und wenn Ihr Arzt nicht bereit ist, dann bleibt wohl nur ein Arztwechsel übrig. Denn keiner von uns sollte auf die vielen Vorteile von „Therapie Aktiv“ verzichten.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann-Stellvertreter der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 30.04.2015 - 10:59 Uhr

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