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Diabetische Nephropathie

Ein Vortrag von OA Dr. Josef Diglas beim Infoabend der ADA-Gruppe Fabelhaft.

Die diabetische Nephropathie, also die Nierenerkrankung in Folge eines Diabetes mellitus, gehört zu den häufigsten Nierenerkrankungen und ist die häufigste Ursache der Nierenersatztherapie (Blutwäsche). Durch eine optimale Diabetestherapie kann aber das Risiko für das Auftreten auch dieser Diabeteskomplikation verringert werden.

Neben dem Diabetes mellitus sind die häufigsten Ursachen des Versagens der Nierenfunktion der Bluthochdruck, Erkrankungen des metabolischen Syndroms, Rauchen und natürlich auch eigenständige Nierenerkrankungen. Der Beginn der Nierenerkrankung ist meist schleichend und klinisch wenig auffallend; umso leichter kann man aber Hinweise bei Routineuntersuchungen finden: eine laborchemische Untersuchung von Blut und Harn kann die ersten Hinweise liefern (Eiweißausscheidung im Harn, erhöhte Nierenwerte).

Als Zeichen einer diabetischen Nierenschädigung findet sich im Urin eine Eiweißausscheidung, die wir je nach Ausprägungsstärke als Mikroalbuminurie oder Makroproteinurie bezeichnen. Beides kann in weiterer Folge zu einer erhöhten Rate an Gefäßerkrankungen führen, also Veränderungen der großen Blutgefäße mit Durchblutungsstörungen.

Als weiteres Zeichen einer Nierenschädigung können die Nierenparameter im Blut ansteigen; sie zeigen damit einen Verlust der Nierenfunktion an. Eine Eiweißausscheidung im Harn muß aber dem Anstieg der Nierenparameter nicht zwingend vorausgehen.

Beide Parameter (Nierenfunktionsparameter im Blut und Eiweißausscheidung im Harn) sollten regelmäßig laborchemisch untersucht werden.

Zur Abschätzung der Filterleistung der Niere dient die Bestimmung der „glomerulären Filtrationsrate“ – im Regelfall aus dem Spontanharn berechnet, bei Bedarf mittels Sammelharn.
Die Bestimmung der Eiweißmenge erfolgt ebenfalls im Spontanharn, bei Bedarf aus dem Sammelharn. Die Angabe der Albumin/Kreatinin-Ratio hat sich zur routinemäßigen Beurteilung der Eiweißausscheidung durchgesetzt. Eine positive Mikroalbuminurie kann auch durch andere Faktoren, wie zum Beispiel körperliche Aktivität, hohe Zuckerwerte, Herzinsuffizienz, fieberhafte Infekte oder Bluthochdruck verursacht sein.
Zu beachten ist, daß eine Harneiweißausscheidung oder eine Einschränkung der Nierenfunktion auch im Rahmen anderer Nierenerkrankungen auftreten kann und der Diabetes in diesem Fall lediglich als „Begleiterkrankung“ zu betrachten ist.

Zu den therapeutischen Maßnahmen bei diabetischer Nephropathie zählen die Verbesserung einer mangelhaften Diabeteseinstellung (Erstellung von strukturierten Blutzuckerselbstmessungen inklusive Dokumentation kann ebenso notwendig werden wie Aufstockung der medikamentösen Therapie), Anstreben einer guten Blutdrucksituation, Normalisierung der Eiweißzufuhr mit der Nahrung, Nikotinverzicht, medikamentöse Unterstützung sowie die Behandlung anderer Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen.
Durch rechtzeitige Beiziehung des Nephrologen soll die Planung der weiteren Therapieschritte, vor allem die Nierenersatztherapie optimal vorbereitet werden. Prinzipiell stehen dafür die Bauchfelldialyse, die Hämodialyse oder die Nierentransplantation zur Verfügung.

Das Ziel jeder Therapie ist die Verringerung der Eiweißausscheidung und die Verzögerung und Verlangsamung des Funktionsverlustes der Nieren.
Dazu gibt es folgende Therapieansätze mit Zielvorstellungen je nach Stadium der Nierenfunktionseinschränkung:

  • Lebensstilmodifikation
  • Verbesserung der Diabeteseinstellung: HbA1c 6,5 – 7,5 % (8 %)
  • Optimierung der Blutfettsituation: LDL unter 70 mg/dl (100 mg/dl)
  • Optimierung der Blutdrucksituation: 125/75 140/90 mmHg
  • Nikotinkarenz!
  • medikamentöse Unterstützung
  • Einschränkung der Kochsalzzufuhr mit der Nahrung
  • Einschränkung der Eiweißzufuhr mit der Nahrung
  • Vermeidung weiterer Nierenschädigung

Foto: © Privat

OA Dr. Josef Diglas
Wiener Gebietskrankenkasse, Diabetesambulanz GZ 6

1060 Wien, Mariahilferstr. 85-87

Telefon: 01 / 60122 40693
E-Mail: josef.diglas@wgkk.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 22.12.2015 - 17:07 Uhr

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