Innovatives Behandlungsprogramm für
DiabetikerInnen ab Dezember 2007 in ganz Wien
Bittner, Wehsely, Dorner präsentieren Wiener
Diabetes-Programm - Innovatives Disease Management Programm für DiabetikerInnen.
Nach einer mehrmonatigen Pilotphase im 10. und 14. Bezirk ist es nun fix:
Das Programm "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" wird auf ganz Wien
ausgeweitet. Das innovative Disease Management Programm stärkt die Rolle
von speziell geschulten AllgemeinmedizinerInnen und InternistInnen in der Versorgung
von DiabetikerInnen und wird ab Dezember 2007 in ganz Wien angeboten.
Das Projekt wird zu gleichen Teilen von der Stadt Wien und den Wiener Krankenversicherungsträgern
finanziert. Das präsentierten WGKK-Obmann Franz Bittner, Gesundheits- und
Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely und MR Dr. Walter Dorner, Präsident
der Österreichischen und der Wiener Ärztekammer, anlässlich des
am 14. November 2007 begangenen Welt-Diabetestages.
Der 14. November erinnert an den Geburtstag von Frederick G.
Banting, der gemeinsam mit Charles Herbert Best 1921 das lebenswichtige Hormon
Insulin entdeckte. Diesem Durchbruch in der Medizin verdanken Millionen DiabetikerInnen
ihr Leben.
"Rund 350.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden an Diabetes,
allein in Wien sind es rund 60.000 Personen.
Diesen Menschen wollen wir mit 'Therapie Aktiv - Diabetes im Griff' helfen,
ihre unheilbare Krankheit qualitätsgesichert und optimiert zu behandeln",
so Bittner.
"Neben speziell geschulten InternistInnen spielen die
so genannten HausärztInnen in diesem Programm eine besondere Rolle: Sie
übernehmen die DiabetikerInnenschulungen in kleinen Gruppen und betreuen
PatientInnen langfristig. Je nach individuellem Risikoprofil werden gemeinsam
maßgeschneiderte Therapieziele festgelegt und in regelmäßigen
Abständen der Therapieerfolg kontrolliert",
skizziert Bittner die Eckpunkte dieser innovativen Betreuungsform für chronisch
Erkrankte. Dieses Vorgehen garantiere eine optimale Behandlung der PatientInnen,
nicht zuletzt durch zeitgerechte Überweisung an FachärztInnen, zum
Beispiel an AugenärztInnen oder eine Fußambulanz.
"Therapie aktiv" solle, so Bittner, "nicht nur die Lebensqualität
der Betroffenen steigern und ihnen zeigen, was sie aktiv für ihr Wohlbefinden
tun können, sondern ihnen auch nach Möglichkeit vermeidbare Folgeerkrankungen
wie Erblindung, Herzinfarkt oder eine Fußamputation ersparen."
"In der Großstadt Wien sind auf Grund des Lebensstils besonders viele Menschen von chronischen Krankheiten wie Diabetes betroffen", erklärt Wehsely. Die Häufigkeit von Altersdiabetes steigt in Europa. Abgesehen vom Lebensstil ist auch die steigende Lebenserwartung einer der Gründe dafür. Gleichzeitig kann Diabetes früher und besser diagnostiziert werden, die DiabetikerInnen überleben mit ihrer Krankheit länger.
Diabetes Typ I ist bereits im Kindesalter ansteigend. Bei den 10- bis 15-Jährigen gibt es die höchste Neuerkrankungsrate.
Bei der nun anstehenden Ausweitung des Programms "Therapie
Aktiv" auf ganz Wien haben alle Reformpoolpartner, d. h. die Wiener Krankenversicherungsträger
und die Stadt Wien, intensiv zusammengearbeitet. Damit ist ein wesentlicher
Fortschritt in der Versorgungsstruktur gelungen:
"Durch die Einführung dieses Disease Management Programms gewinnt
der niedergelassene Bereich in der Betreuung von DiabetespatientInnen enorm
an Bedeutung: Betroffene, die keine außergewöhnlich dramatischen
Krankheitsverläufe aufweisen, finden bei HausärztInnen und InternistInnen
um die Ecke ein strukturiertes Behandlungsprogramm, das auf internationalen
Leitlinien basiert. Wir ziehen auf der Basis des bestehenden dichten Netzes
an AllgemeinmedizinerInnen und InternistInnen in Wien eine weitere Versorgungsebene
für DiabetespatientInnen ein. Das niederschwellige Konzept von 'Therapie
Aktiv' hilft dabei, vielen PatientInnen schwere Stoffwechselentgleisungen und
den damit verbundenen Weg ins Spital zu ersparen",
zeigt sich Wehsely über die positive Zusammenarbeit aller Finanziers auf
Wiener Boden erfreut.
Für PatientInnen, deren gesundheitliche Situation ernster ist, bietet der Wiener Krankenanstaltenverbund im Kaiser-Franz-Josef-Spital, im Wilhelminenspital, in der Rudolfstiftung, im Krankenhaus Hietzing, im Donauspital und im AKH Spezialambulanzen mit Schwerpunkt Diabetes an.
Die Wiener Gebietskrankenkasse ergänzt dieses Angebot mit
Spitalsambulanzen in vier Gesundheitszentren und im Hanusch-Krankenhaus. Neben
der Optimierung der Stoffwechselparameter wird in diesen Einrichtungen besonderer
Wert auf die Prävention von Folgeschäden gelegt.
Die Diabetes-Teams setzen sich aus FachärztInnen, diplomiertem Krankenpflegepersonal
und DiabetesberaterInnen zusammen. Bei Akutkomplikationen, zur Therapieoptimierung
bzw. zur Behandlung von Spätschäden besteht die Möglichkeit der
stationären Aufnahme.
Walter Dorner bezeichnet die Einführung von "Therapie
Aktiv" als einen wesentlichen Fortschritt in der Betreuung von PatientInnen
mit Diabetes.
Die Einbindung von speziell geschulten InternistInnen und AllgemeinmedizinerInnen
in das Projekt lasse auf eine erfolgreiche Durchführung hoffen. Dorner
zeigte sich überzeugt, dass „Therapie Aktiv“ auch dazu beitragen wird,
die Kommunikation zwischen ÄrztInnen und PatientInnen noch
weiter zu verbessern. „Zugleich bin ich darüber erfreut, dass dieses Projekt
dazu beiträgt, die lange von uns geforderte Aufwertung der Ärztinnen
und Ärzte für Allgemeinmedizin voranzutreiben", betont Dorner.
"HausärztInnen betreuen ihre PatientInnen über einen längeren
Zeitraum.
Sie kennen deren Krankheitsgeschichte und haben über die Jahre zu ihren
PatientInnen ein besonderes Vertrauensverhältnis aufgebaut.
Das Programm macht Ärztinnen und Ärzte verstärkt zu PartnerInnen
von DiabetikerInnen und PatientInnen zu 'ManagerInnen' ihrer chronischen Erkrankung",
so Dorner.
'Therapie Aktiv' sei daher ein wichtiger Beitrag dazu, die medizinische Versorgung
der Wienerinnen und Wiener noch
weiter zu verbessern und die Bundeshauptstadt gerechtfertigt 'Medizin-Weltstadt'
zu nennen, betont Dorner.
Wiener Ärztinnen und Ärzte der Allgemeinmedizin sowie
InternistInnen, die im Rahmen des "Therapie Aktiv"-Programms DiabetikerInnen
betreuen möchten, haben ab sofort die Möglichkeit, entsprechende Schulungen,
die von der Wiener Ärztekammer angeboten werden, zu absolvieren. Der nächste
Schulungstermin für "Therapie Aktiv"-ÄrztInnen findet Ende
November 2007 statt, ab Anfang Dezember können sich PatientInnen in ganz
Wien für "Therapie aktiv" einschreiben.
Ansprechpartner für Wien
Wenn Sie nähere Auskünfte oder Informationsmaterial zu „Therapie Aktiv
— Diabetes im Griff“ wünschen, wenden Sie sich bitte an:
Nina De Menthon-Bake
Telefon: (+43 1) 60122-3800
E-Mail: therapie-aktiv@wgkk.sozvers.at
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"Aktive Therapie" für
Zuckerkranke bald in ganz Österreich
Das Disease Management-Programm Diabetes der sozialen Krankenversicherung wird 2008 in allen Bundesländern angeboten Spätestens im Jahr 2008 wird das von der steiermärkischen
Gebietskrankenkasse entwickelte Disease-Management-Programm "Therapie
Aktiv - Diabetes im Griff" von der sozialen Krankenversicherung
flächendeckend in ganz Österreich angeboten werden: Das
sagte der ärztliche Leiter der steiermärkischen Gebietskrankenkasse,
Dr. Gert Klima, anlässlich des zweiten ORF-Gesundheitstalks zum
Thema Diabetes in Wien. |