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Rund 60 Millionen Europäer leiden an Diabetes

Konferenz der europäischen Diabetes-Selbsthilfegruppen in Brüssel.

Vom 26. bis 28. September fand in Brüssel eine Konferenz der Diabetes Selbsthilfegruppen statt.
Mitglieder aller EU Staaten waren anwesend, um die nationalen und internationalen Kontakte zu vertiefen und um sich über die vorherrschenden gesundheitspolitischen Verhältnisse gegenseitig auszutauschen.

Der Grundtenor aller Selbsthilfegruppen für Diabetes ist, mehr in den gesundheitspolitischen Gremien als Betroffene eingebunden zu werden, um Gehör zu finden.

Es nützt niemanden, wenn gesundheitspolitische Papiere in einer Schublade oder am Computer in einer Datei verschwinden.

Es ist zurzeit zu befürchten, dass auch die „Österreichische Diabetes Strategie“ aus 2017 dieses Schicksal erleidet!
Das Erstellen einer Strategie ist schwer genug, die Umsetzung einer Strategie dürfte noch schwieriger sein. Die Umsetzung hängt in hohem Masse von den persönlichen Empfindungen der Entscheidungsträger ab, aber nicht nur die persönlichen Empfindungen sind ausschlaggebend, sondern auch die der übergeordneten Gremien – diese sind meist weisungsgebunden.

Eine der erstellten Forderungen der Diabetes Selbsthilfegruppen ist somit, mit einer transparenten Umsetzung der nationalen Diabetes Strategien zu beginnen – in Österreich sind 800.000 Menschen von Diabetes betroffen.

Eine weitere Forderung besteht in der Verbesserung der Infrastruktur für Diabetiker.

Diabetes Zentren im niedergelassenen Bereich – diese sollen schrittweise die Spitalsambulanzen entlasten.
In diesen Zentren findet der Diabetiker sämtliche klinischen Einheiten vor, die für eine optimale Versorgung von Nöten sind.
Die Errichtung solcher Zentren stellt naturgemäß eine extreme Herausforderung für die Gesundheitspolitik dar.
Hier sind natürlich auch die nationalen Selbsthilfegruppen gefordert.
Wir Selbsthilfegruppen repräsentieren nicht nur unsere Aktiven, die ihren Mitgliedsbeitrag bezahlen. Auf nationaler Ebene repräsentieren alle Selbsthilfegruppen in Österreich 800.000 Betroffene.

Warum sind wir nun gefordert?

Wie stellt sich diese Situation in Österreich dar?
ÖDV und ADA sind die stärksten Selbsthilfegruppen in unserem Land. Die Selbsthilfegruppe „Diabär“ vertritt unsere Kinder mit Diabetes mellitus. Daneben gibt es noch weitere, kleinere Organisationen.

„Viribus Unitis“ – „mit vereinten Kräften“, Wahlspruch von Kaiser Franz Joseph I. SMS Viribus Unitis war der Name eines Schlachtschiffes der österreichisch-ungarischen Marine.

Ja, WIR sitzen alle im selben Boot, ALLE Selbsthilfegruppen in Österreich.

Und das war schlussendlich das zentrale Thema in Brüssel – die Zusammenführung der einzelnen Selbsthilfegruppenverbände zu einer Einheit, um Geschlossenheit zu signalisieren.

Das bedeutet aber nicht, dass es in Zukunft nur eine Selbsthilfegruppe geben wird, nein, die einzelnen Selbsthilfegruppen bleiben in ihren Strukturen bestehen, aber bei gesundheitspolitisch relevanten Themen, die alle betreffen, ist ein geschlossenes Auftreten gewünscht und in Zukunft gegeben.

In Brüssel wurden Arbeitsgruppen gebildet, um die Zusammenführungsstrategie zu erarbeiten, zu simulieren.
Es war ein intensives Arbeiten. Ideen, Wünsche, Befürchtungen wurden gebündelt, diskutiert und schlussendlich konnte ein Konsens erzielt werden.

Nun liegt es an uns, unsere Strategie umzusetzen.

Ein Zeitplan wurde erstellt, der Rahmen dafür beträgt ein Jahr.
Erste Gespräche wurden bereits vereinbart. Diese werden im Rahmen der ÖDG Tagung in Salzburg Mitte November stattfinden.

Erfreulich für die österreichischen Selbsthilfegruppen ist, dass wir für die Umsetzung unserer Pläne die Unterstützung der Fachverbände haben. Schon jetzt gibt es eine Arbeitsgruppe – SOKO DIABETES – wo Selbsthilfe und Fachgesellschaften gemeinsam an einem runden Tisch sitzen und gleichberechtigt, auf Augenhöhe Probleme rund um den Diabetes diskutieren.

Wir werden aber auch von der Pharmaindustrie unterstützt, die uns durch die Bereitstellung der Infrastruktur hilft.

Diese Zusammenarbeit ist ein weiterer Schritt die „Österreichische Diabetes Strategie“ aktiv umzusetzen und wir gehen wieder den übergeordneten Gremien mit gutem Beispiel voran.
Wir wollen für die Betroffenen etwas tun, wir wollen dafür sorgen, die Lebensqualität der Diabetiker zu verbessern und wir hoffen und wünschen uns, Gehör zu finden.

„Viribus Unitis“ – mit vereinten Kräften!

Die Reise nach Brüssel hat sich gelohnt – keine leeren Kilometer.

Foto: © Privat

Dr. Adalbert Strasser
ADA Präsident
Facharzt für Chirurgie

1120 Wien, Hetzendorferstrasse 52-54

Web: Externer Linkwww.wundmed.com
E-Mail: Adalbert.strasser@aon.at
Telefon: 01/ 804 70 22




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