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ADA-Generalversammlung 2018

Dr. Susanne Pusarnig – Mein Bericht über die Generalversammlung vom 14. Oktober 2018.

Ein bisschen angespannt war ich schon, als ich zur ADA Generalversammlung fuhr. Einerseits, weil ich überhaupt noch nie bei einer „Generalversammlung“ eines Vereins war und gar nicht genau wusste, wie so etwas abläuft, andererseits stand ja meine Wahl zur Vizepräsidentin bevor – ob es da wohl ein Ergebnis wie in der Politik mit mindestens 90 Prozent gibt?

Als die Teilnehmer eintrafen, hab ich gemerkt, dass ich ja doch schon die meisten kenne, die anderen, vor allem die von weit her, bis aus Tirol und Vorarlberg, waren für mich bis jetzt nur Namen auf einer Liste, die nun Gesichter, Persönlichkeiten bekamen.

Bis zuletzt war es nicht sicher, ob unser Präsident, Dr. Adalbert Strasser, die Versammlung leiten könnte, weil er nach einem Unfall mit Serienrippenbruch unter sehr starken Schmerzen litt – er ist trotzdem gekommen, man hat ihm die Beeinträchtigung angesehen. Er hats sofort angesprochen und damit auch klar gezeigt, wie wichtig ihm der Termin war – wäre ich seine Hausärztin, ich hätte es ihm glatt verboten (ohne Erfolg wahrscheinlich…).

Als es dann losging hab ich mich zum Laptop gesetzt und Dr. Strasser mit den von Wolfgang Frick vorbereiteten Folien begleitet.
Es gab erstaunlich wenig vom von mir erwarteten „offiziellen Gedöns“ mit bürokratischem Kram. Stattdessen eine beeindruckende Auflistung all dessen, was 2017 bis 2018 bei ADA passiert ist und was wir noch vorhaben – viele Projekte kannte ich ja schon, aber das so geballt zu sehen ist schon beeindruckend!

Dr. Strasser hat sich mehrmals ausführlich und herzlich bei allen Gruppenleitern bedankt, sind doch unsere Gruppen das „Herzstück“ der ADA, dort findet Selbsthilfe-Arbeit im wahrsten Sinn des Wortes konkret statt.
Ein ganz besonderer Dank ging in 2 Richtungen: an das erfahrene Organisationsteam des Diabetes-Infotags am Tag davor im Gesundheitsministerium in Wien. Das war eine schöne Veranstaltung mit deutlich mehr Besuch als im letzten Jahr und muss unbedingt weitergehen! Und Dr. Wolfrum war unter uns und so kamen auch seine Verdienste nochmals zur Sprache, er hat auch die Generalversammlung mit praktischen Hinweisen und Tipps aus seiner Erfahrung unterstützt. Ein großer Dank an das Organisationsteam des Infotages und Dr. Wolfrum auch von meiner Seite!

Dann die Berichte aus den Gruppen – als „Neuling“ hab ich gestaunt, wie vielfältig die sind – von „nur Sport“ – bis zu „nur Vorträge“ ist alles dabei, Tischtennis, Nordic Walking, wandern…

Helga Grillmayr, die ich schon so lange kenne und die in meiner Ordination gemeinsam mit mir die besten Fit Schulungen ever gemacht hat, hat den Wunsch nach regelmäßigen Bewegungsmöglichkeiten für unsere Mitglieder z.B. in einer Halle im Sinn von Ganzkörper- oder Zirkel-Training, Gymnastik etc.eingebracht; das ist etwas, was wir verfolgen und neu organisieren sollten.

2 neue Gruppen sind im Entstehen, schon fix ist eine Gruppe für Typ-1-Diabetiker in Wien, auch mit Programmen für Jugendliche und Kinder, organisiert von Dr. Barbara Wagner und Theresa Baumgartner, in Schladming plant Frau Danklhauser eine Typ-2 Gruppe.

Neben all den Aktivitäten in den Gruppen gibt es ein 2. wichtiges Arbeitsfeld für jede Selbsthilfe – (SH) Organisation: die „Politik“.
Die Diabetes-SH-Organisationen gemeinsam vertreten immerhin die Interessen von ca. 800.000 Österreichern, eben der österreichischen Diabetiker. Es ist auch eine EU-Vorgabe, dass SH-Organisationen bei Entscheidungen im Gesundheitswesen mit einbezogen werden müssen, und da die SH-Diabetes-Organisationen immer die Mitgliederstärksten sind – weil Diabetes leider die häufigste chronische Krankheit ist – werden gerade SH-Organisationen wie unsere ernstgenommen und gehört.

Dr. Strasser ist äußerst aktiv dabei, an dieser “Front“ für Diabetiker zu kämpfen, und so sind wir als ADA vertreten in Gremien wie der SOKO Diabetes, der Diabetesinitiative Österreich, bei „Diabetes im Zentrum“… wir werden in den nächsten Heften immer wieder von einzelnen Terminen berichten und dabei erklären, was das alles genau ist.

Ein Höhepunkt dieser Seite der Arbeit war sicherlich die Teilnahme von Dr. Strasser und Peter P. Hopfinger am EU-Selbsthilfe-Kongress in Brüssel, mit 250 Teilnehmern aus 26 Ländern!
Dr. Strasser hat berichtet, wie klar ihm dabei wurde, wie gut doch unser Gesundheitssystem hier in Österreich ist und auch die Selbsthilfe-Arbeit – in manchen Ländern gründet
sich die Selbsthilfe erst neu, in Gestalt von 2 – 3 Engagierten… Schulung, Patientenveranstaltungen – all das ist NICHT selbstverständlich und findet in viel zu vielen Ländern noch kaum oder gar nicht statt! Mancherorts muss sogar Insulin privat gekauft werden… Bei aller Kritik zwischendurch ist es doch immer wieder gut, uns zu erinnern wie dankbar wir für die gute Versorgung in Österreich sein können.

Ein schwieriges, auch lästiges Thema ist der Datenschutz – da kann ich nur zustimmen, ich hab selbst damit wochenlang gekämpft für die Homepage der Zuckertante! Bei einem Verein wie unserem ist das noch viel heikler und schwieriger, gilt es doch z.B. die Adress-Daten unserer Mitglieder sicher und gesetzeskonform zu verwalten. Durch das neue Gesetz, die DSGVO („Datenschutzgrundverordnung“) wurden alle Vereine vor riesige Probleme gestellt. Wir sind sehr froh, dass Wolfgang Frick aus Vorarlberg immer wieder zu Fortbildungen zu diesem trockenen Thema extra nach Wien gefahren ist und nun als unser Experte für Datenschutz alles ausgearbeitet hat, was man als Verein dafür so braucht, von Texten, Prozess-Beschreibungen bis zu konkreten Maßnahmen in der Verwaltung.

Dazu kommt noch die Arbeit, die mit Einreichungen für Förderungen, Preise, usw. verbunden ist. Ich „durfte“ in den letzten Monaten einige dieser Formulare kennenlernen – also einfach ist das nicht, jedes Ansuchen braucht viele Stunden Arbeit.

Zwischendurch wurde ich zur „Vize-Präsidentin“ gewählt, einstimmig! Ich muss zugeben, ich hab mich sehr gefreut.

Weiter ging’s mit dem Ausblick auf die ADA-Aktivitäten 2019. Da ist viel geplant, aber das wichtigste Anliegen ist doch, dass wir uns alle gemeinsam um mehr Mitglieder bemühen, damit mehr Diabetiker gute, verlässliche Informationen über Diabetes bekommen und vor allem damit sie merken, dass sie keineswegs alleine sind mit ihrer Krankheit und dass da Menschen sind, die gerne von ihrer eigenen Geschichte erzählen, die Mut machen, die zeigen, wie ein gutes Leben mit Diabetes gelingen kann und die Verständnis haben für Durchhänger, teils aus eigener Erfahrung.

Pläne für 2019 in Stichworten:

  • Infotag in Wien im Herbst 2019
  • Diabetes-Tag Vorarlberg am 23.3.2019 in Rankweil
  • Zusammenarbeit Gruppe Steyr – KH Steyr intensivieren
  • Projekt Diabetes-Früherkennung an Schulen (Eltern, Lehrer)
  • Projekt Broschüre diabetischer Fuß für alle ADA Mitglieder
  • Projekt REHAB-Zentrum Alland: Vorstellung der ADA bei jedem Turnus
  • Newsletter für alle ADA Mitglieder
  • Neue Homepage
  • Und ganz wichtig: die Neugestaltung unseres ADA-Journals

Dr. Strasser hat die Veranstaltung beendet mit einem Appell an uns alle, uns auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt zu begegnen – bei Treffen mit Mitgliedern anderer Diabetes-SH-Gruppen und auch untereinander in unserer ADA. Nur so werden wir unserem gemeinsam Ziel näher kommen: Die Lebensbedingungen für Diabetiker in Österreich verbessern!

Viel Information, viel Engagement, viel Mitdenken, Mitreden… nach gut 3 Stunden waren wir fertig – mit dem Programm und auch sonst. Bei dem schönen Wetter haben dann einige von uns die Generalversammlung bei einem guten Mittag-essen im Freien ausklingen lassen!

Dr. Susanne Pusarnig, Vize-Präsidentin der ADA




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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien